„Von Kameraden für Kameraden“

Lichtenfelser Feuerwehren spenden 3100 Euro an Wehren im Ahrtal

Symbolische Scheckübergabe an die Feuerwehren Schuld und Dümpelfeld mit (von links) Dennis Greisler, Feuerwehr Goddelsheim, einem Kamerad der Feuerwehr Schuld und dessen Wehrführer Tobias Lussi, Hartmut Greisler von der Goddelsheimer Feuerwehr, zwei Kameraden der Feuerwehr Dümpelfeld und Ralf Emde, Goddelsheim.
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Symbolische Scheckübergabe an die Feuerwehren Schuld und Dümpelfeld mit (von links) Dennis Greisler, Feuerwehr Goddelsheim, einem Kamerad der Feuerwehr Schuld und dessen Wehrführer Tobias Lussi, Hartmut Greisler von der Goddelsheimer Feuerwehr, zwei Kameraden der Feuerwehr Dümpelfeld und Ralf Emde, Goddelsheim.

Eine Spende in Höhe von 3100 Euro überreichten Vertreter der Lichtenfelser Feuerwehren an Kameraden in Schuld und Dümpelfeld.

Lichtenfels-Goddelsheim – Angeregt durch Hartmut Greisler, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Goddelsheim, wurden bei den Jahreshauptversammlungen der Feuerwehr Goddelsheim und der Lichtenfelser Wehren Spendengelder für die Direkthilfe an Feuerwehrkameraden in der Flutregion Ahrtal gesammelt. „Private Spender schlossen sich an, sodass eine Spendensumme von 3100 Euro zusammenkam“, erklärt Hartmut Greisler.

Das Geld sollte unbürokratisch und direkt übergeben werden, „von Kameraden für Kameraden“, daher nahmen die Lichtenfelser Kontakt auf mit dem Wehrführer der Feuerwehr Schuld, Tobias Lussi. Anfang Oktober machte sich eine Abordnung der Goddelsheimer Feuerwehr auf den Weg, um die Spendengelder direkt an die Vertreter der Feuerwehren Schuld und Dümpelfeld zu übergeben.

Angekommen bei der Kirche in Schuld, die auf einer Anhöhe liegt, bekamen die Feuerwehrkameraden aus Goddelsheim einen ersten Eindruck über die Ausmaße der Zerstörung, die die Flutkatastrophe angerichtet hat. An der Kirche waren ein Infopoint sowie eine Sammel- und Versorgungsstelle für Helfer und Hilfsgüter eingerichtet. Der Pizzeria des Ortes, die auch Flutopfer war, war ein Verkaufswagen gespendet worden, sie versorgt die Helfer und Kunden am Kirchplatz nun mit Pizza. „Ein Blick über die Kirchenmauer ins Tal auf Schutt und Geröll ließ einen nur erahnen, wie gewaltig die Flut gewesen sein muss“, sagt Hartmut Greisler.

Ihr Weg führte weiter zum Feuerwehrgerätehaus in Schuld. Dort waren auch Helfer einer Feuerwehr aus Rheinland-Pfalz zu Gast. Die Kameraden berichteten über ihre Erlebnisse und den jetzigen Stand: Das Feuerwehrhaus Schuld blieb unbeschadet, ein Einsatzfahrzeug ging jedoch beim Einsatz in den Fluten verloren. Ein Kamerad war selbst betroffen, verlor seine Schafherde und wurde beim Versuch, die Herde zu retten, selbst im Auto von der Flut überrascht und eingeschlossen. Er konnte sich gerade noch so retten. „Viele Hausbewohner haben noch feuchte Keller und keine Heizung für den Winter, die Kläranlage funktioniert nicht mehr, das Wasser muss abgekocht werden. Die Ahr wurde schon von vielem meterhohen Geröll und Schutt befreit, ist aber noch längst nicht in ihr altes Flussbett zurückgekehrt“, so Greisler.

Einige Häuser wurden bereits abgerissen und können an Ort und Stelle nicht mehr aufgebaut werden. Erste Versicherungsvertreter nehmen Kontakt mit Betroffenen auf, um Gutachten zu erstellen. „Vieles wird nicht mehr wie früher sein und die Einheimischen noch Jahre beschäftigen. Der Erfahrungsaustausch mit den Wehren aus Schuld und Dümpelfeld war emotional und aufschlussreich zugleich. „So waren wir uns unter anderem einig, dass die Alarmierung weiterhin auch über Sirenen erfolgen sollte“, erklärt Hartmut Greisler. Der Heimweg zurückführte über Insul. Dort konnten die Lichtenfelser nochmals die Zerstörungsgewalt der Flut zu sehen bekommen.

„Es gibt in der Region noch viel zu tun und wir Goddelsheimer waren wissend, dass die Spendengelder in die richtigen Hände übergeben wurden“, sagt Greisler.  red

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