Aber nur im Straßenverkauf und nur im Becher

Ab heute gibt es in Waldeck-Frankenberg wieder Eis aus der Eisdiele

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Eis nur im Becher: Der Frankenberger Eisdielen-Betreiber Roberto Martini freut sich, dass der Straßenverkauf wieder beginnt. Um das Infektionsrisiko zu vermindern, darf Eis vorerst nicht in Waffeln verkauft werden. 

Sich in der Eisdiele ein Eis holen. Das ist wieder möglich. Die Eisdielen im Landkreis dürfen ab Montag wieder ihre kühlen Köstlichkeiten sowie auch Getränke verkaufen.

Waldeck-Frankenberg – Aber nur im Straßenverkauf und mit Auflagen ist diese Lockerung der Corona-Beschränkungen möglich.

Das Eis darf nicht in essbaren Behältnissen, also nicht in Waffeln, weitergegeben werden, lautet eine Auflage, die der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese dem Frankenberger Eisdielen-Betreiber Roberto Martini weitergeleitet hat. Eine weitere: In der Eisdiele erworbene Speisen und Getränke dürfen nicht in einem Umkreis von 50 Metern verzehrt werden. „Damit soll verhindert werden, dass die Leute zu dicht zusammenstehen“, erklärt Martini die Regelungen.

Verboten sei auch der Verkauf von Eis, etwa im Eiswagen, an öffentlichen Plätze oder in Grünanlagen, um Ansammlungen zu verhindern.

Am Freitagmittag hat Martini, der zusammen mit Victor Abrantes drei Eiscafés in Frankenberg betreibt, mit Freude erfahren, dass der Eisverkauf wieder starten darf. Und er hat sofort damit begonnen, die nötigen Vorbereitungen zu treffen. „Wir brauchen Plexiglas für die Verkaufsfenster. Um den Verkauf in zwei Reihen zu ermöglichen, muss auch eine Abtrennung zwischen den Reihen gebaut werden“, sagt er. Natürlich werden auf dem Boden Markierungen angebracht, damit die Kunden Abstand halten – so wie dies in Supermärkten geregelt ist.

Die Sahne für das Eis hat er gleich am Freitag in der Molkerei bestellt. „Am Samstag und Sonntag laufen die Eismaschinen auf Hochtouren. Wir machen alles frisch“, berichtete Roberto Martini am Freitag. Als er vor einem Monat von einem Moment auf den nächsten die Eisdiele schließen musste, hatte er das vorhandene Eis zunächst aufgehoben. „Nach zwei Wochen haben wir es dann entsorgt.“

Die 14 Mitarbeiter, die aus Italien und Portugal kommen, seien startklar. Für sie hatte er Kurzarbeit angemeldet. „Sie konnten nicht zurück in die Heimat fahren. Wir wussten ja nicht, wann wir wieder verkaufen“, sagt Martini. Zudem bestand die Gefahr, dass sie sich in den Heimatländern anstecken. Und sie hätten bei ihrer Rückkehr zwei Wochen in Quarantäne verbringen müssen. Glücklicherweise seien weder Familienmitglieder der Mitarbeiter noch der Betreiber in den Heimatländern an Corona erkrankt.

„Wir haben die Zeit der Schließung auch dafür genutzt, in den Eiscafés zu streichen und alles gründlich zu reinigen“, berichtet Martini.

Dass die Eisdielen in den vergangenen vier Wochen geschlossen bleiben mussten, habe enorme Verluste gebracht – zumal die Sonne schien und viele Kunden zu erwarten gewesen wären. „Im März sind uns zirka 50 Prozent der Einnahmen weggebrochen, im April werden es wohl 75 Prozent werden“, schätzt er. In normalen Zeiten mache der Straßenverkauf 30 bis 40 Prozent des Umsatzes aus.

Zunächst werde Martini den Eisverkauf in der Bahnhofstraße und im Frankenberger Tor wieder aufmachen. Los geht es heute ab zirka 12 Uhr.

Alle Infos zu Corona in Waldeck-Frankenberg gibt es in unserem News-Ticker.

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