(K)eine Alternative zur App

Luca-Schlüsselanhänger in Waldeck-Frankenberg kaum nutzbar

Petra Paulus hält einen Luca-App Schlüsselanhänger in die Kamera.
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So sieht der Luca-App-Schlüsselanhänger aus.

Eigentlich sollten die Schlüsselanhänger für die Luca-App gerade Leuten ohne Handy leichten Zugang zu Geschäften und Veranstaltungen verschaffen. Doch kaum ein Geschäft in Waldeck-Frankenberg hat das dafür nötige Endgerät.

Waldeck-Frankenberg – Petra Paulus von den Viermündener Landfrauen versteht die Welt nicht mehr: Eigentlich wollte der Verein seinen Mitgliedern zur Jahreshauptversammlung als kleine Aufmerksamkeit einen Schlüsselanhänger für die Luca-App übergeben. Doch dann stellte sich heraus, dass das angedachte Geschenk mehr oder weniger nutzlos ist, da man den Schlüsselanhänger zur Kontakterfassung offenbar gar nicht nutzen kann.

„Nach meiner Recherche hat bei uns in der Region keiner die entsprechenden Endgeräte dafür“, sagt Petra Paulus und ist froh, dass die Landfrauen sich für ein anderes Geschenk entschieden hatten.

Wie berichtet, hat der Landkreis mit finanzieller Unterstützung durch die Sparkassen 5000 dieser Luca-Schlüsselanhänger zur Verfügung gestellt. Damit können auch diejenigen, die nicht im Besitz eines Smartphones sind und damit die Luca-App nicht herunterladen können, sich trotzdem über einen QR-Code registrieren. Auf dem Schlüsselanhänger werden die eigenen Kontaktdaten gespeichert, die dann zum Beispiel in Restaurants oder bei Veranstaltungen mit einem Lesegerät erfasst werden.

„Um Luca zu aktivieren, wird nur ein Computer benötigt, über den der Schlüsselanhänger einmalig registriert wird. Anschließend kann er bei allen Veranstaltern, die mit Luca arbeiten, aber auch in Geschäften und in der Gastronomie genutzt werden. So entfällt das handschriftliche Ausfüllen von Kontaktzetteln“, hieß es in der Pressemitteilung des Landkreises.

Nachfragen von Petra Paulus haben allerdings jetzt ergeben, dass niemand die nötigen Endgeräte für den Luca-Schlüsselanhänger bereithält. „Ich habe zum Beispiel bei großen Geschäften wie Heinze und Eitzenhöfer in Frankenberg nachgefragt, die aber beide aktuell nicht mitmachen“, sagt die Viermündenerin. Das Hotel Die Sonne habe das System nicht gekannt, sei aber auch nicht abgeneigt gewesen, es zu nutzen. Sogar die Sparkasse, die das Projekt ja mitfinanziert habe, beteilige sich nicht daran, sagt Paulus. „Ich finde es einfach schade, dass für ein solches Projekt Geld ausgegeben wurde, das man sinnvoller hätte einsetzen können“, sagt sie.

„Eine Übersicht, wo in Waldeck-Frankenberg die Schlüsselanhänger genutzt werden können, liegt dem Landkreis nicht vor“, teilt Pressesprecherin Ann-Katrin Heimbuchner mit. Damit Besitzer der Schlüsselanhänger an der digitalen Kontaktnachverfolgung teilnehmen können, müssten Betreiber die entsprechende Software vor Ort bereithalten. „Dies ist jedoch nicht verpflichtend, sondern eine Ergänzung der digitalen Kontaktnachverfolgung, die auch weiterhin per analoger Listen möglich ist“, sagt sie. Der Landkreis empfehle aber allen Betreibern, die entsprechenden Möglichkeiten vorzuhalten, damit bei einem positiven Coronafall die Infektionsketten möglichst schnell nachverfolgt und durchbrochen werden können. Von Susanna Battefeld

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