Mit Magneten alte Kirchenmauern entdeckt

Mit diesem geomagnetischen Messgerät hat Tomas Riese von einem Fachinstitut aus Marburg, assistiert von Forstwirtschaftmeister Bernd Keute vom Stiftungsforsten Haina, den Bereich der ehemaligen Aulesburg bei Löhlbach systematisch durchkämmt.

Löhlbach. Mit geomagnetischen Messungen und Bodenradar hat ein Marburg Institut die Grundrisse einer alten Kirche im Bereich Aulesburg bei Löhlbach entdeckt.

Wo stand denn nun die Kirche auf der Aulesburg, die Vorgängerkirche des Klosters Haina? Wie groß war sie? Mehr Klarheit darüber wollte Manfred Albus vom Stiftungsforsten Haina im Vorfeld der Feier der „800 Jahre Grundsteinlegung des Klosters Haina“ haben und gab eine geophysikalische Studie - Prospektion genannt - in Auftrag. Und das Ergebnis sorgt nun für Staunen.

Mit geomagnetischen Messungen und Bodenradar hat das Marburger Institut für archäologisch-geophysikalische Prospektionen Posselt & Zickgraf die Grundrisse der Kirche und von Vorgängerbauten im westlichen Bereich der Aulesburg entdeckt.

Archäologe Benno Zickgraf stellte Details der Ergebnisse am Mittwoch im Stiftungsforsten Vertretern des Vereins der Freunde des Klosters Haina und der Presse vor, nachdem Manfred Albus und Uwe Brückmann vom Landeswohlfahrtsverband bereits am vergangenen Sonntag beim Jubiläums-Gottesdienst in Haina auf die Entdeckung hingewiesen hatten (HNA berichtete).

Mit einem so klaren Bild habe der Archäologe im Vorfeld nicht gerechnet, sagte er am Mittwoch. Da sind zum einen die Grundrisse einer Kirche und eines Vorgängerbaus im Bereich des „Friedhofs“ zu sehen - da, wo 1998 Skelette exhumiert wurden. Klar zu erkennen ist, dass große Bereiche des Areals einst bebaut waren. „Es kann sein, dass nicht alle Bauten gleichzeitig standen, aber es gab erstaunlich viele“, sagte Zickgraf.

Doch die Entdeckungen werfen weitere Fragen auf - vor allem was den Kirchengrundriss betrifft. Wohl am ältesten ist ein quadratischer Grundriss. Stand hier einmal ein Wehrturm, dessen Steine später für den Kirchenbau genutzt wurden?

Zu sehen ist auch der Grundriss einer 27 Meter langen und 7,5 Meter breiten Kirche mit gotischem Chor. Wer hat diesen Chor errichtet? Als die Zisterzienser-Mönche, nachdem sie den ungünstigen Standort Aulesburg verlassen hatten, 1215 mit dem Bau der Hainaer Klosterkirche begannen, war noch der romanische Baustil üblich. Wer hat später in sechs Kilometern Entfernung eine gotische Kirche gebaut? Und warum?

Dazu gibt es noch keine Antworten.

Wie die geophysikalischen Untersuchungen vor sich gingen, welche Vorteile sie im Vergleich zu Ausgrabungen haben und wie Forstmitarbeiter dabei halfen, all das lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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