23 Kinder und Jugendliche haben sich angesteckt

Masernfälle mehr als verdoppelt: Schüler der Marburger Waldorfschule betroffen

Marburg. Die Zahl der Masernfälle in Marburg hat sich in den vergangenen drei Wochen mehr als verdoppelt: 23 Kinder und Jugendliche haben sich mit der Krankheit angesteckt.

Das hat das Kreisgesundheitsamt angegeben.

Bei den Infizierten handelt es sich um Schüler der Marburger Waldorfschule oder um deren Geschwister. Diese besuchen zum Teil andere Schulen. „Sie waren aber während der infektiösen Zeit zu Hause“, berichtet Kreissprecher Stephan Schienbein. Daher gingen die Experten bislang nicht davon aus, dass die Infektion die Grenze der Schule überschritten habe.

Die Marburger Waldorfschule steht im Zentrum des Masernausbruchs in der Universitätsstadt, der Anfang Mai mit der Erkrankung eines 17-Jährigen begann.

Schüler und Lehrer, die nicht sicher gegen die hoch ansteckende Krankheit geschützt sind, dürfen die Schule nicht betreten, wenn sie Kontakt zu einem Erkrankten hatten. Die Impfrate an der Schule ist relativ niedrig: In den Klassen zehn bis zwölf waren mehr als ein Viertel der Jugendlichen nicht immunisiert. Das Gesundheitsamt geht aber davon aus, dass es weitere Masernfälle auch außerhalb der Schule geben wird.

In Deutschland gibt es seit Jahren immer wieder Masern-Ausbrüche. So konnte die Masernwelle in der Bundeshauptstadt Berlin seit Oktober 2014 noch nicht gestoppt werden. Seitdem sind etwa 1000 Menschen erkrankt. Im Februar starb ein Kleinkind an den Folgen der Infektion. (zgc)

Rubriklistenbild: © dpa

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