Nachwuchsarbeit der Korbacher Wehren hat sich ausgezahlt

Mehr aktive Feuerwehrleute: Nachwuchsarbeit der Korbacher Wehren hat sich ausgezahlt

Rund um die Uhr einsatzbereit: 436 ehrenamtliche Feuerwehrleute sind in Korbach aktiv.
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Rund um die Uhr einsatzbereit: 436 ehrenamtliche Feuerwehrleute sind in Korbach aktiv.

Mehr als 400 ehrenamtliche Einsatzkräfte sind in den Feuerwehren der Kernstadt und der Korbacher Feuerwehren aktiv. Das berichten Stadtbrandinspektor Carsten Vahland und seine beiden Stellvertreter Sascha Franken und Arno Zenke in ihrem Bericht für die Jahre 2019 und 2020.

Korbach – Der 50 Seiten starke Rückblick wird schriftlich an die Feuerwehrleute verteilt, die Jahreshauptversammlung der Korbacher Wehren findet wegen der Pandemie das zweite Jahr in Folge nicht statt. Vor diesem Hintergrund wirken die Zahlen, die das Führungstrio präsentiert, noch erfreulicher: Die 15 Einsatzabteilungen haben ihre Mitgliederzahl von 423 (2019) auf 436 gesteigert. Vahland: „Aufgrund der guten Nachwuchsarbeit gehen wir davon aus, dass auch künftig keine gravierenden Engpässe in den Korbacher Wehren zu erwarten sind.“

Den Großteil der neuen Einsatzkräfte stammt aus den zwölf Jugendfeuerwehren. Derzeit sind dort 122 Mädchen und Jungen organisiert. Für die jüngeren Kinder werden acht Kinderfeuerwehren angeboten. Sie haben insgesamt 120 Mitglieder – das entspricht einer Steigerung von rund 37 Prozent gegenüber den Vorjahren. Vahland: „Dies zeigt eindrücklich, dass der eingeschlagene Weg in der Kinder- und Jugendarbeit überaus erfolgreich ist.“

Insgesamt sind mehr als 1000 Erwachsene und Kinder im aktiven und passiven Dienst oder als fördernde Mitglieder in den Feuerwehrvereinen, im Spielmannszug der Feuerwehr Korbach und den 15 Alters- und Ehrenabteilungen organisiert.

Im Jahr 2019 sind die Korbacher Wehren insgesamt 222 mal alarmiert worden. Darunter 60 Brandeinsätze, 125 technische Hilfeleistungen und 37 Fehlalarme. Zu den Einsätzen gehörte ein Großbrand in einem Strohlager in Strothe in der Neujahrsnacht, der Brand auf dem Gelände der Mülldeponie in Flechtdorf und die Hilfeleistung bei einem Ammoniak-Austritt im Schlachthof Bad Wildungen.

„Obwohl das Jahr 2020 sehr stark von den Einschränkungen der Pandemie geprägt war, sind die Einsatzzahlen gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig gesunken“, sagt Stadtbrandinspektor Carsten Vahland. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 210 Alarmierungen, darunter 51 Brandeinsätze, 115 technische Hilfeleistungen und 44 Fehlalarme. Trauriger Auftakt war der Einsatz bei der Amokfahrt in Volkmarsen. Auch zu einem Großbrand einer Shishabar in der Arolser Landstraße mussten die Feuerwehrleute ausrücken. In der Obstabteilung eines Korbacher Supermarktes musste eine giftige Bananenspinne sichergestellt werden.

Im Jahr 2019 haben die Feuerwehrleute insgesamt 134 Lehrgänge und Seminare absolviert. Im Jahr 2020 war der Ausbildungsbetrieb erheblich durch die Pandemie eingeschränkt. Dennoch wurden insgesamt 70 Lehrgänge und Seminare erfolgreich abgeschlossen. Das vergangene und das laufende Jahr haben laut Vahland und seinem Stellvertreter Sascha Franken auch für die Feuerwehren einen Digitalisierungsschub gebracht. In kürzester Zeit seien Online-Angebote für die Übungsabende auf die Beine gestellt worden. Vahland: „Wir hoffen natürlich, dass die Präsenzausbildung im Laufe dieses Jahres zeitnah wieder aufgenommen werden kann. Online ist eine Alternative, aber kann die praktische Arbeit im Team nicht dauerhaft ersetzen.“

Insgesamt sei der Ausbildungsstand der Einsatzkräfte „auf einem ganz besonderen Niveau“, so Vahland: „Für uns als Stadtbrandinspektoren ist es schon ein sehr gutes Gefühl, eine derart gut ausgebildete Mannschaft im Rücken zu haben, auf die man sich zu jeder Tages- und Nachtzeit verlassen kann.“

Den guten Ausbildungsstand demonstrierten die Wehrleute bei Wettbewerben. Insgesamt acht Korbacher Mannschaften nahmen 2019 am Kreisentscheid in Korbach teil. Fünf Mannschaften platzierten sich unter den ersten Zehn, die weiteren errangen ebenfalls gute Platzierungen im Mittelfeld. Der vierte Platz von Lengefeld II bedeutete auch die Qualifikation für den Bezirksentscheid.

Der Stadtpokalwettkampf der Korbacher Feuerwehren wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Rhena im Rahmen ihres Jubiläumsjahres ausgerichtet. Die Wettkampfsaison 2020 fiel komplett der Pandemie zum Opfer.

Fast alle Gemeinden und Städte haben gemeinsam mit den Verantwortlichen des Landkreises eine Atemschutzkooperation geschlossen. Dies hatte zur Folge, dass in relativ kurzer Zeit sämtliche Atemschutzgeräte ausgetauscht wurden. Vahland: „Dies war eine enorme Belastung für den Eigenbetrieb, forderte aber auch alle Geräteträger, die sich mit der ungewohnten Überdrucktechnik vertraut machen mussten.“ Die gesamte Umstellung habe reibungslos funktioniert. Für die Sicherheit der eingesetzten Atemschutzgeräteträger verfügen die Korbacher Wehren darüber hinaus über insgesamt sechs Notfallsets.

Steffen Bricher, Arno Zenke und Sascha Franken haben in den vergangenen Monaten eine örtliche technische Einsatzleitung (Ö-TEL) aufgebaut und Einsatzkräfte entsprechend geschult, um künftig bei größeren Schadenslagen die Leitstelle zu entlasten. Seit Januar 2020 ist die Ö-TEL regelmäßig im Übungs- und Probebetrieb, nach einigen Probeläufen wurde die örtliche technische Einsatzleitung auch offiziell im Sommer 2020 einsatzbereit gemeldet.

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