Mobile Sperren sollen künftig Volksfeste in Nordwaldeck sichern

Mehr Sicherheit bei Festzügen in Nordwaldeck

Mit einem Palettenwagen werden die schweren Bauteile für die Festzugabsperrungen bewegten.
+
Die gemeinsam von den norwaldeckischen Kommunen beschafften Lkw-Sperren zur Absicherung von Festzügen und Volksfesten sind eingetroffen. Bauhof-Mitarbeiter Friedrich Schwenke führt die auf dem Gelände des Bioenergieparks gelagerten Bauteile vor.

Wenige Tage vor Weihnachten sind die von den nordwaldeckischen Kommunen gemeinsam angeschafften Lastwagen-Sperren zur Festzugabsicherung eingetroffen.

Bad Arolsen - In seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der eigens für diesen Zweck gegründeten Nordwaldeck-GmbH präsentierte der Bad Arolser Hauptamtsleiter Dominik Wohl die tonnenschweren Bausätze, die von nun an zentral in den alten Panzerhallen der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne eingelagert sind.

Angeschafft wurden 300 so genannte „Herner Trucksperren“, die sich zu beliebig breiten Sperren zusammenbauen lassen sowie zwölf Schleusen-Sperren vom Typ Arms One. Einmal platziert können die „Armis One“ von nur einer Person ohne großen Aufwand für die Durchfahrt von Liefer- oder Rettungsfahrzeugen geöffnet werden.

Detaillierte Sicherheitskonzepte sind nötig

Die Durchfahrtsicherung lässt sich ebenso einfach verriegeln und mit Vorhängeschloss sichern. Mit der gemeinsamen Anschaffung der Fahrzeugsperren reagieren die Nachbarkommunen Volkmarsen, Breuna, Diemelstadt und Bad Arolsen auf den Schock der folgenschweren Amokfahrten beim Rosenmontagsfestzug in Volkmarsen, beim Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz und in der Trierer Innenstadt. Bei künftigen Großveranstaltungen wie dem Arolser Viehmarkt und den vielen Schützen-Festzügen in Nordwaldeck wird jeder Veranstalter ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept vorlegen und geeignete Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen.

Die nordwaldeckischen Nachbarkommunen und Breuna im Kreis Kassel haben sich dazu entschlossen, diese Herausforderung gemeinsam anzunehmen. Die Anschaffungskosten für die Fahrzeugsperren belaufen sich auf rund 400.000 Euro.

Kosten nach Einwohnerzahlen verteilt

Dazu zahlt das Land Hessen einen Zuschuss in Höhe von 100.000 Euro. Die restlichen Kosten teilen sich die beteiligten Kommunen nach einem Schlüssel, der sich an ihren jeweiligen Einwohnerzahlen orientiert.

Die konkreten Zahlen haben sich mehrfach geändert, weil zuerst die Gemeindevertreter von Twistetal eine Beteiligung ablehnten. Vor Weihnachten meldeten auch die Kommunalpolitiker von Diemelsee Bedenken an, ob sich ihre Gemeinde an den Kosten beteiligen sollten. 

Zwischen den beteiligten Nachbarkommunen Gemeinden wurde vereinbart, dass man sich gegenseitig beim Aufbau der Sperren unterstützt, denn der hat es auf sich. Vor allem die Herner Sperren bestehen aus vielen hundert Stahlrohren, Verbindungselementen und Schraubverbindungen. Die Bauanleitung erinnert an einen Metallbaukasten: durchaus machbar, aber mit erheblichem Zeitaufwand und Know-how verbunden.

Der Aufwand ist aber nötig, wenn die Veranstalter von Großveranstaltungen und die genehmigenden Kommunen ihren jeweiligen Verantwortungen und Haftungspflichten nachkommen wollen.

Festveranstalter tragen große Verantwortung

Die juristischen Aspekte der Festzugabsicherung fasst Hauptamtsleiter Dominik Wohl so zusammen: „Bei Veranstaltungen haftet zivilrechtlich in erster Linie der Veranstalter. Seine zivilrechtliche Verkehrssicherungspflicht wird rechtlich damit begründet, dass er mit der Veranstaltung eine Gefahrenquelle schafft. Deshalb muss der Organisator dafür sorgen, dass Besucher anlässlich der Veranstaltung nicht zu Schaden kommen. Ihn trifft ein hohes Haftungsrisiko. Der Organisator ist für den reibungslosen und sicheren Ablauf der Veranstaltung zuständig.“

Für jede Veranstaltung müsse das Gefährdungspotential ermittelt und bewertet werden. Dieser Begriff umfasse die Summe von Gefährdungen der Sicherheit, die jeweils analysiert und bewertet werden müssten. (Elmar Schulten)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.