1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Weitere Unterkünfte für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Waldeck-Frankenberg

Erstellt:

Von: Stefanie Rösner

Kommentare

Flüchtlinge aus der Ukraine treffen mit Bus am Kreishaus in Korbach ein
Noch viele weitere Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine werden im Landkreis Waldeck-Frankenberg erwartet. Dafür sollen weitere Gemeinschaftsunterkünfte geschaffen werden. © Stefanie Rösner

Mehr als 820 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind bereits in Waldeck-Frankenberg angekommen. So viele hat zumindest der Landkreis schon behördlich erfasst.

Waldeck-Frankenberg – Neben der ersten Gemeinschaftsunterkunft in Allendorf/Eder für 300 Flüchtlinge soll bis Mitte April eine weitere für 300 Menschen in der Nordhessenhalle in Volkmarsen entstehen. Das teilten Landrat Jürgen van der Horst und der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese am Freitag mit.

Darüber hinaus werden bei einer Bildungseinrichtung in Willingen und Usseln jeweils 150 Plätze geschaffen. Das Ziel sei es, auf diese Weise 1000 Flüchtlinge kurzfristig unterzubringen.

In Volkmarsen sei man bemüht, die Aktivitäten von Sportvereinen und Schulen aus der Nordhessenhalle in andere Turnhallen zu verlegen.

„Wir brauchen mehr Kapazitäten“, sagte der Landrat. Daher sei man nach wie vor auch auf die Angebote von Privatleuten angewiesen. „Wir erwarten eine regelmäßige Zuweisung von Flüchtlingen.“ Van der Horst spricht von einer „besonderen Herausforderung“, weil weiterhin Flüchtlinge auch aus anderen Ländern – nicht nur der Ukraine – ankommen.

Unterbringung für einen längeren Zeitraum

Auf die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung hatte der Landkreis schnell reagiert und eine Plattform für Wohnungsangebote errichtet. Fast 600 private Angebote für 1100 Plätze sind über diese Webseite eingegangen. Die Anbieter hatten sich dazu bereit erklärt, Flüchtlingsfamilien unentgeltlich bei sich aufzunehmen. Doch nun stellt sich heraus: Eine kurzfristige Unterbringung von zwei bis vier Wochen wird wohl nicht ausreichen.

Daher hat der Landkreis die Anbieter der Wohnungen und Zimmer angeschrieben und gefragt, ob diese den Wohnraum auch längerfristig zur Verfügung stellen, „um den Flüchtlingen einen erneuten Wohnungswechsel zu ersparen“. Eine beigefügte Mietbescheinigung soll dazu ausgefüllt werden. Die Wohnungskosten könnten dann über das Asylbewerberleistungsgesetz durch den Landkreis übernommen werden.

Damit Integration gelingen kann, sollen die Flüchtlinge auf einfache Weise ihre Arbeitserlaubnis erhalten, sagte van der Horst. Für schulpflichtige Kinder seien die örtlichen Schulen Ansprechpartner.

Die Organisation der zivilen Hilfen soll dezentral über die Städte und Gemeinden laufen, kündigte der Landrat an. Manche Herausforderungen wisse man nun „leider routiniert“ zu lösen, da Ämter und Ehrenamtliche auf Erfahrungen und Netzwerke zurückgreifen, die beim starken Flüchtlingszuzug 2015 entstanden sind. (Stefanie Rösner)

Die Mehrzweckhalle in Allendorf/Eder wird derzeit für Kriegsflüchtlinge hergerichtet.

Der erste Bus mit Flüchtlingen aus der Ukraine kam am 9. März im Landkreis an.

Auch interessant

Kommentare