Dr. Klaus Wendt arbeitete Geschichte der Druckerei Weigel auf

Mengeringhäuser Hofdruckerei startete in der Burg

Buchpräsentation vor der Mengeringhäuser Burg: Fünf Personen stehen in gebührendem Abstand zueinander vor dem historischen Gebäude.
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In der Mengeringhäuser Burg wurden einst Bücher gedruckt: die Geschichte der Hof- und Regierungsbuchdruckerei hat Dr. Klaus Wendt (Mitte) aufgeschrieben. Über die neueste Veröffentlichung des Waldeckischen Geschichtsvereins freuen sich (von links) Prof. Jürgen Wolf, Dr. Birgit Kümmel, Vorsitzender Günter Engemann und Ute Schluckebier von der Frankenberger Druckerei Schöneweiß.

Als das Ergebnis langjähriger Sammeltätigkeit beschreibt Dr. Klaus Wendt sein Buch über die einstige Hof- und Regierungsbuchdruckerei Konert/Weigel in Mengeringhausen. Der 172 Seiten umfassende Band ist die jüngste Veröffentlichung im Waldeckischen Geschichtsverein.

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Während der Bau des Arolser Schlosses noch im Gange war, richtete der Buchdrucker Christoph Konert 1719 im Obergeschoss der Burg der eine Werkstatt ein, die er später einige Häuser weiter in die Neustadt verlegte.

Die Liste seiner Druckerzeugnisse ist lang, wie Klaus Wendt zu berichten weiß. Der Korbacher und ehemalige Vorsitzende des Waldeckischen Geschichtsvereins hat schier unzählige Bücher, Hefte, Texte und Blätter aus der Konert/Weigelschen Druckerei gesammelt. Konert und seine Nachfolger aus der Familie Weigel brachten von Bibeln über Gesangbücher und Katechismen bis hin zu Gesetzestexten und Verordnungen schließlich alles aufs Papier, was in der aufstrebenden Fürstenresidenz und ihren Nachbarorten gebraucht wurde. Auch sogenannte Gelegenheitsdrucke zu Geburtstagen oder Trauerfällen gehörten dazu.

„In Mengeringhausen war die Zensur nicht so nah“

Der herausragendste Druck dieser Art dürfte die Schrift zur Einweihung des Arolser Schlosses vom 13. September 1720 gewesen sein. Selbst Schulbücher und ABC-Fibeln für Grundschüler gehörten zum Repertoire, wie Dr. Birgit Kümmel als Vorsitzende der Schriftleitung im Waldeckischen Geschichtsverein anmerkt. Dem Wunsch des Fürstenhauses, die Druckerei möglichst nah vor Ort zu haben, kamen Christoph Konert und seine Nachfolger nicht nach.

„In Mengeringhausen war die Zensur nicht so nah“, vermutet der Mengeringhäuser Historiker Prof. Jürgen Wolf mit einem Schmunzeln. Zudem sei die Fachwerkstadt um 1720 im Vergleich zu Arolsen schon eine funktionierende Kleinstadt gewesen.

CD mit vielen Originalansichten als Draufgabe

Noch bis zum Anschluss des Fürstentums Waldeck im Jahr 1929 an Preußen wurde im Hause Weigel, zuletzt indes in Korbach, gedruckt. Mit Zeittafeln, biografischen Angaben, einem Exkurs über die Twister Papiermühle und einem ausführlichen Überblick über das Druckprogramm hat Klaus Wendt sein Buch über die Hof- und Regierungsdruckerei abgerundet. Auf der beiliegenden CD sind die Titelblätter aller aufgeführten Druckwerke zu sehen.

„Die Hof- und Regierungsbuchdruckerei Konert/Weigel. 200 Jahre Druckgeschichte in Mengeringhausen“ von Klaus Wendt, herausgegeben vom Waldeckischen Geschichtsverein, ist im Buchhandel zum Preis von 19,80 Euro erhältlich. (Sandra Simshäuser)

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