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Messfahrzeuge erfassen den Zustand der Diemelseer Straßen

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Mit „Adleraugen“ auf Tour: Mit solchen orange-silber-farbenen Vermessungsfahrzeugen erfasst eine Berliner Firma den Zustand der der Straßen in ganz Diemelsee.
Mit „Adleraugen“ auf Tour: Mit solchen orange-silber-farbenen Vermessungsfahrzeugen erfasst eine Berliner Firma den Zustand der der Straßen in ganz Diemelsee. © Privat

Orange-silber-farbene Messfahrzeuge mit Kameras auf dem Dach fahren demnächst durch ganz Diemelsee: Sie sollen den Zustand der Straßen digital erfassen.

Diemelsee – Darauf weist der Diplom-Ingenieur Lothar Lemberg vom Bauamt der Gemeinde hin. Den Auftrag für die Erfassung hat die Gemeinde dem Berliner Technologieanbieter „eagle eye technologies“ erteilt.

Wie der Firmenname andeutet, sind die Fahrzeuge mit „Adleraugen“ ausgestattet: Zahlreiche Kameras und spezielle Sensoren erfassen während der Fahrt den Straßenraum und nehmen „Verkehrsanlagen“ wie Schilder oder Verkehrsinseln auf. Da die Datenaufnahme wetterabhängig ist, starten die Fahrzeuge, wenn über mehrere Tage stabile Verhältnisse vorhergesagt werden.

200 Kilometer im Visir

Erfasst würden rund 200 Kilometer kommunale Straßen und Wege, sagt Lemberg. Die Daten würden für die Gemeinde aufbereitet und dokumentiert. Sie bildeten die Grundlage für ein Straßenkataster und ein Erhaltungskonzept. Das wiederum soll wie berichtet die Diskussionsgrundlage für eine mögliche Abschaffung der Straßenbeiträge sein.

Mit der Hilfe des „digitalen Zwillings“ der Diemelseer Straßen könne die Gemeindeverwaltung ihre Straßeninfrastruktur gezielt verwalten, planen sowie systematisch und effizient sanieren, erklärt Lemberg. Um das Straßennetz funktionsfähig und sicher zu halten, seien regelmäßige Unterhaltungs- und auch Sanierungsarbeiten erforderlich. Die Bestands- und Zustandsdaten ermöglichten es, den Bedarf an Haushaltsgeldern wirtschaftlich zu planen und sie optimal und effizient einzusetzen.

Arbeiten sinnvoll planen

Die Mitarbeiter hätten mit den Daten die Straßenerhaltung im Blick, können Vergleiche zu anderen vorhandenen Daten ziehen, Vorhersagen treffen und Arbeiten sinnvoll planen, berichtet Bürgermeister Volker Becker. Bei Bedarf könnten sie jeden Straßenabschnitt direkt am Rechner in Augenschein nehmen. „Das spart Zeit und Geld für Begutachtungen vor Ort und macht unsere Arbeit noch deutlich effektiver“, betont Becker.

Die Daten würden ausschließlich für die Dokumentation der Verkehrsinfrastruktur genutzt. Persönliche Daten würden nicht zugeordnet. Der „digitale Zwilling“ der Straßen werde ins Diemelseer Geoinformationssystem eingepflegt. Auch andere hessische Kommunen wie Vöhl, Ahnatal oder Ehringshausen nutzten diese Form der Zustandserfassung.

Arbeitsabläufe effizienter

Für eine strukturierte Planung benötige die Kommune aktuelle und detaillierte Infrastrukturdaten, erklärt Becker. Die genauen Straßendaten machten Arbeitsabläufe effizienter. Außerdem wird die Digitalisierung der Verwaltung vorangetrieben.

„Wir sind bestrebt, bei der Erfassung möglichst viele Fachdaten für unsere Gemeinde zu generieren“, sagt Becker. „Gleichzeitig legen wir großen Wert auf eine sehr gute Datenqualität, denn nur so können wir die Ergebnisse später wirklich vielseitig und sinnvoll verwenden.“

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