Drohende Insolvenz vorerst abgewendet

Millionen-Bürgschaft für Eisenwerk Hasenclever

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Hand in Hand: Geschäftsführer Thomas Martin (links) und Betriebsratsvorsitzender Erich Battenfeld

Battenberg. Aufatmen für 600 Mitarbeiter des Eisenwerkes Hasenclever: Eine drohende Insolvenz ist vorerst abgewendet.

Das Land Hessen greift dem über 225 Jahre alten Unternehmen, das heute überwiegend als Autozulieferer tätig ist, mit einer Landesbürgschaft von 7,25 Millionen Euro unter die Arme.

„Mit dem derzeitigen Produktmix ist der Standort am Auhammer nicht zu halten“, sagte Geschäftsführer Thomas Martin am Mittwoch der HNA. Die Firma Hasenclever hat allerdings sehr gute Zukunftschancen mit hochtemperaturfesten Stahlguss-Turboladern, die ab 2012 von nahezu allen europäischen Automobilkonzernen in Benzinmotoren verbaut werden sollen.

Allerdings gilt es, die Durststrecke bis 2012 zu überstehen. Dafür sind auch zwei heimische Banken – die Sparkasse Battenberg und die Frankenberger Bank – helfend in die Bresche gesprungen. Die Mitarbeiter, die mit Unterbrechung, bereits seit über einem Jahr von Kurzarbeit betroffen sind, verzichten nach den Worten des Betriebsratsvorsitzenden Erich Battenfeld in 2010 und 2011 auf ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Parallel dazu soll die Produktivität erhöht werden.

An vier Arbeitstagen pro Woche soll nun in drei Schichten so viel produziert werden wie bisher in einer oder zwei Schichten an fünf Tagen. Von den Mitarbeitern wird laut Battenfeld „sehr viel Flexibilität erwartet“. Die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter haben laut Erich Battefeld „mit über 70 Prozent“ einem Sanierungs-Tarifvertrag zugestimmt.

Dieser Vertrag sieht vor, dass es bis zum Jahr 2016 keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Noch ist die Zitterpartie für die 600 Mitarbeiter nicht überstanden. „Gesellschafter, Mitarbeiter, Banken und Kunden - alle müssen ihren Beitrag leisten. Es darf nicht ein Baustein herausfallen“, betonte Geschäftsführer Thomas Martin. „Sonst fällt das Kartenhaus zusammen.“ (off)

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