Missbrauchs-Prozess: Mann aus Waldeck-Frankenberg   freigesprochen

Waldeck-Frankenberg. Vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs frei gesprochen wurde von der 10. Großen Strafkammer am Landgericht Kassel ein 44-Jähriger aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Sowohl Staatsanwalt als auch Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert. Der Vater von vier Kindern war angeklagt gewesen, sich in den Jahren 2007 bis 2009 an seinem damals zwischen acht bis zehn Jahre alten Sohn aus erster Ehe sexuell vergangen zu haben.

In der Beweisaufnahme seien keine Feststellungen getroffen worden, die diese Anklagevorwürfe stützten, sagte der Vorsitzende Richter Dreyer. „Sicher ist in diesem Verfahren nur eines: dass hier gelogen wurde.“ Vermutlich habe der heute 15-jährige Jugendliche Missbrauchserfahrungen. Doch sei unklar, auf wen diese zurückgingen.

Der Minderjährige, der in Heimen und Wohngruppen lebte, von zu Hause ausriss und Selbstmordversuche verübte, wird zurzeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt. Er hatte sich in seinen Aussagen selbst widersprochen und vor Gericht immer wieder betont: „Ich habe viel vergessen, weil ich nicht daran gedacht habe und nicht daran denken will. Weil ich damit abschließen will.“ (and)

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