Handy-Chatverlauf verlesen

Missbrauchsprozess: Mutmaßliches Opfer bat in Kurznachricht um ein Treffen

Frankenberger Land. Im Missbrauchsprozess gegen einen 50-Jährigen aus dem Frankenberger Land ist ein Handy-Chatverlauf verlesen worden. Das mutmaßliche Opfer bittet darin um ein Treffen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine Stieftochter seit deren 15. Lebensjahr mindestens 13 Mal zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben.

Druckmittel seien am Anfang der Freund des Mädchens, den sie sonst nicht habe treffen dürfen, später, auch noch als sie volljährig war, die Drohung, die Beziehung zu einer jungen Frau öffentlich zu machen, gewesen.

Schon am ersten Verhandlungstag hatte Verteidiger Alexander Hauer die Glaubwürdigkeit der inzwischen 22-jährigen Zeugin, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen wurde, in Frage gestellt.

Sie habe auch noch freundliche Nachrichten mit Smileys und Herzen an den Mann geschickt, nachdem die Mutter von der Beziehung zwischen den beiden erfahren habe.

In der jetzt verlesenen Kommunikation nennt die Stieftochter den Angeklagten „Schatz“ und bittet um ein Treffen, das dieser jedoch mit der Begründung ablehnt, arbeiten zu müssen, was sie mit „Traurig-Smileys“ quittiert.

Auf die Frage von Staatsanwältin Kerstin Brinkmeier, woher der Chatverlauf stammt, sagte Hauer nur „die hat mein Mandant zur Verfügung gestellt“, nähere Angaben werde er nicht machen.

Die Verhandlung wird am 20. Januar fortgesetzt. Dann soll eine psychologische Sachverständige ein Glaubwürdigkeitsgutachten über die Aussagen des mutmaßlichen Opfers erstatten.

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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