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Waldeck-Frankenberg: Energieberater verrät, wie einfach Kosten gespart werden können

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Kleiner Dreh, großer Effekt: Jedes Grad weniger bei der Raumtemperatur bringt langfristig bis zu sechs Prozent Ersparnis bei den Heizkosten.
Kleiner Dreh, großer Effekt: Jedes Grad weniger bei der Raumtemperatur bringt langfristig bis zu sechs Prozent Ersparnis bei den Heizkosten. © Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/DPA

Die Energiepreise haben nach ihrem Absturz zu Beginn der Coronakrise 2020 einen Höhenflug angetreten. Dieser wird durch Putins Krieg gegen die Ukraine und den damit verbundenen wirtschaftlichen Sanktionen sowie bestehenden Energieabhängigkeiten weiter angetrieben.

Waldeck-Frankenberg – Um den gestiegenen Preisen zumindest etwas den Schrecken zu nehmen, können Verbraucher mit einfachen Mitteln reagieren uns sollten wissen, dass rund 71 Prozent des Energiebedarfs bei privaten Haushalten auf das Heizen entfallen. Die Warmwasserbereitung folgt mit rund 15 Prozent. Haushaltsgeräte nehmen rund 8 Prozent der Energie in Anspruch, 5 Prozent entfallen auf Prozesswärme, die beim Kochen, Trocknen oder Garen entsteht. Nur rund 1 Prozent des Energiebedarfs geht in die Beleuchtung, wie Experten wissen.

Wie lassen sich mit einfachen Mitteln die Heizkosten senken?

Lars Neige, Energieberater bei der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), weiß: „Die größte Einsparung gibt es, wenn Räume je nach Bedarf beheizt werden. Ein Unterschied von einem Grad Celsius kann die Heizkosten schon um bis zu sechs Prozent senken. Räume, die sehr wenig genutzt werden, können sparsamer beheizt werden. Eine komplette Abschaltung der Heizkörper ist jedoch nicht zu empfehlen. Damit es an den Heizkörpern keinen Wärmestau gibt dürfen sie nicht von Möbeln und Gardinen verdeckt werden. Das gilt auch für die Thermostatventile. Auch das richtige Lüften hilft beim Energiesparen. Die Fenster sollten deshalb mehrmals täglich kurz geöffnet werden, um in kurzer Zeit die Raumluft komplett auszutauschen. Eine dauerhafte Kipp-Stellung der Fenster führt dazu, dass viel Heizenergie verloren geht.“

Wie lässt sich im Alltag mehr Strom zu sparen?

Beim Kochen gibt es zahlreiche Stellschrauben, um Energie zu sparen. Das fängt bei der richtigen Größe des Topfes passend zur Kochstelle an und geht bis zum Verzicht der Vorheiz-Phase beim Backofen, wenn das nicht ausdrücklich nötig ist. Viele Haushalte nutzen bereits einen Wasserkocher, weil damit Wasser schneller und effizienter erhitzt werden kann. Oftmals bleibt aber im Wasserkocher ein Großteil des erhitzten Wassers stehen und kühlt wieder ab. Deshalb sollte nach Möglichkeit genau so viel Wasser aufgekocht werden, wie es notwendig ist.

Wie verlässlich sind aktuell Preisgarantien für 12 oder 24 Monate?

Im Allgemeinen sind Preisgarantien immer nur so zuverlässig wie das Unternehmen, das sie ausspricht. Heißt mit anderen Worten: Gibt es den Versorger nicht mehr, der mir die besten Garantien verkauft hat, gibt es auch die Garantien nicht mehr. Bei regionalen Versorgern mit überwiegend kommunalen Anteilsstrukturen sind Kunden gerade bei diesem Thema sicherer aufgestellt als bei gerade am Markt aufgetauchten Billiganbietern.

Lohnt es sich, in der aktuellen Situation den Anbieter zu wechseln?

Mehr denn je ist es für die Verbraucher in der gegenwärtigen Situation wichtig, ganz genau zu wissen, in welchem Tarif sie sind und welche Konditionen sie haben. Kunden, die schon länger bei ihrem Versorger sind, befinden sich unter Umständen gerade – im Vergleich zur aktuellen Marktlage – sehr günstige Tarifen.

Gerade für Verbraucher, die sich mit den gängigen Vergleichsportalen nicht oft oder sogar zum ersten Mal beschäftigen, ist es oft gar nicht so einfach festzustellen, ob die gelisteten Angebote für sie wirklich eine Ersparnis bedeuten und ob der richtige Referenztarif zum Vergleich herangezogen wurde. Unsere Kundenberater erleben das bei zunächst wechselwilligen Kunden zurzeit sehr häufig. Die Kunden glauben, woanders einen günstigeren Tarif gefunden zu haben, in Wirklichkeit müssten sie beim neuen Anbieter aber deutlich mehr bezahlen als bei uns in ihrem alten Tarif.

Was ist zu tun, wenn der Abschlag oder die Nachzahlung, nicht sofort gezahlt werden können?

Sollte der Abschlag oder eine Nachzahlung absehbar nicht zur Fälligkeit beglichen werden können, so sollen sich die Kunden bitte umgehend – also mit möglichst viel zeitlichem Vorlauf – mit dem jeweiligen Kundenservice in Verbindung setzen. Durch Verschiebungen oder Ratenzahlungen lasse sich dann eventuell eine für beide Seiten tragbare Lösung finden.

Worauf beim Wasserverbrauch, insbesondere mit Blick auf die Warmwasserbereitung, zu achten ist, erklärt EWF-Energieberater Lars Neige so: „Wer duscht, statt zu baden, spart Energie und bis zu 70 Prozent Wasser. Beim Zähneputzen und beim Einseifen unter der Dusche stellt man das Wasser am besten ab. Die Spülmaschine sollte immer voll beladen sein. Bei modernen Geräten ist ein Vorspülen unter fließendem Wasser nicht erforderlich.

Es genügt, Essensreste grob vom Geschirr zu entfernen und dieses dann in die Spülmaschine einzuräumen. Auch sollten die Energiesparprogramme eingestellt werden. Das dauert zwar länger, verbraucht aber weniger Energie. Beim Wäschewaschen gilt: Je höher die Waschtemperatur, umso höher der Stromverbrauch: Auf das Kochprogramm lässt sich getrost verzichten, denn mit den modernen Waschmitteln wird normal verschmutzte Wäsche auch bei 60 Grad sauber. Für Buntwäsche sind 30 Grad bzw. 40 Grad Celsius ausreichend. Wie bei der Spülmaschine verlängert das Energiesparprogramm zwar den Waschvorgang, es ist aber deutlich sparsamer. Auch Waschmaschine und Wäschetrockner sollten entsprechend dem gewählten Programm voll beladen werden.“

Von Marcus Althaus

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