1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Geschäfte in Waldeck-Frankenberg wollen Strom sparen

Erstellt:

Von: Stefanie Rösner, Jörg Paulus

Kommentare

Die Weihnachtsbeleuchtung in Frankenberg ist seit dieser Woche eingeschaltet. Stadt und Kaufleute haben aber weniger Lichter aufgehängt und die Brenndauer reduziert, um Energie zu sparen.
Die Weihnachtsbeleuchtung in Frankenberg ist seit dieser Woche eingeschaltet. Stadt und Kaufleute haben aber weniger Lichter aufgehängt und die Brenndauer reduziert, um Energie zu sparen. © Jörg Paulus

Wegen der Energiekrise und des Aufrufs, Strom zu sparen, müssen die Einzelhändler in Waldeck-Frankenberg in diesem Jahr im Weihnachtsgeschäft abwägen, inwieweit sie Weihnachtsbeleuchtung und Öffnungszeiten ihrer Geschäfte reduzieren, um weniger Energie zu verbrauchen. Wie man schon vor dem morgigen 1. Advent in vielen Geschäften sehen kann, wird auf Weihnachtsbeleuchtung nicht gänzlich verzichtet.

Waldeck-Frankenberg – Eine beleuchtete Innenstadt in der dunklen Jahreszeit sei ein wichtiger Faktor für den Einzelhandel, der in starker Konkurrenz zum Onlinehandel stehe, sagt dazu Jürgen Tent, der Vorsitzende der Korbacher Hanse. Die Vorweihnachtszeit sei die umsatzstärkste Zeit.

André Kreisz, der Vorsitzende des Kaufmännischen Vereins in Frankenberg, formuliert es ähnlich: „Wir müssen uns mit dem Erscheinungsbild der Innenstadt deutlich vom Flair eines Großraumparkplatzes vor Fachmärkten abheben.“

Trotzdem wollen die Einzelhändler einen Beitrag zum Energiesparen leisten. „Wir selbst schalten die Lichtreklame früher aus“, sagt Jürgen Tent, Innungsmeister und Inhaber von zwei Metzgerläden in Korbach. „Jeder kleine Beitrag zum Stromsparen zählt, auch wenn wir damit nicht die ganze Welt retten.“ Die Stadt Korbach und die Kaufleute in der Hanse seien sich einig, nicht komplett auf Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. Tent: „Licht hat auch etwas Emotionales. Wir wollen Korbach nicht im Dunkeln lassen.“

Jeder kleine Beitrag zum Stromsparen zählt, auch wenn wir damit nicht die ganze Welt retten.

Jürgen Tent

In Frankenberg habe der Kaufmännische Verein in Abstimmung mit der Stadt weniger beleuchtete Weihnachtsbäume an den Straßenlaternen der Fußgängerzone aufgestellt; die Schaltzeiten wurden angepasst. Das Ziel: 70 Prozent Energieersparnis. „Trotzdem erreichen wir damit ein wunderschönes Ambiente“, findet Kreisz.

Für die einzelnen Mitgliedsgeschäfte gebe es keine Vorgaben: „Unternehmen unterliegen den allgemeinen gesetzlichen Vorgaben, die durch den Verein nicht noch mehr reglementiert werden müssen“, sagt Kreisz. „Vernunft statt Regulierungswut.“   

Unveränderte Öffnungszeiten trotz Energiekrise

Weniger Beleuchtung und in einigen Geschäften auch reduzierte Öffnungszeiten: Der Einzelhandel will in der Energiekrise einen Beitrag leisten, Strom und Energie zu sparen. Wir haben uns in einigen Geschäften im Landkreis umgehört. Die Einzelhändler in Korbach haben sich weitestgehend dazu entschieden, die gewohnten Öffnungszeiten ihrer Geschäfte beizubehalten, berichtet Jürgen Tent, Vorsitzender der Korbacher Hanse.

Auch in Frankenberg sind die Öffnungszeiten in der Innenstadt weitgehend unverändert zum Vorjahr, sagt Kaufleute-Chef André Kreisz.  Kürze Öffnungszeiten seien, gerade in der Vorweihnachtszeit, bei ihr kein Thema, sagt auch Tanja Schiemann, die Vorsitzende des Gewerbevereins im Einkaufszentrum Battenfeld. Im Gegenteil: In den beiden letzten Wochen vor Weihnachten habe sie ihr Geschäft Tandeco mittags durchgehend geöffnet.

LED Beleuchtung als Beitrag in der Energiekrise

Die Einzelhändler in Waldeck-Frankenberg wollen aber durch reduzierte und auf LED umgestellte Beleuchtung – selbst jetzt im umsatzstarken Weihnachtsgeschäft – einen Beitrag zur Bewältigung der Energiekrise leisten. Energiesparen sei natürlich ein Thema, sagt Tanja Schiemann. Sie habe für ihr Geschäft Teile der Beleuchtung auf LED umgestellt. Ein Teil der Außenbeleuchtung werde inzwischen über Solarmodule mit Strom versorgt.

Für die Dauer der Beleuchtung der Geschäfte im Battenfelder Einkaufszentrum gibt es vom Vorstand des Gewerbevereins keine Empfehlung, sagt Tanja Schiemann. „Das macht jeder so, wie er oder sie meint.“

„Wir haben bereits 2014 begonnen, großflächig auf LED umzustellen. Auch die neuen Ladenflächen von Home & Living und die Kinderwelt sind zu 100 Prozent energiesparend ausgerüstet“, berichtet André Kreisz für sein Modehaus Eitzenhöfer in Frankenberg. Energieeffizienz sei ein zentrales Anliegen seines Hauses. „Wir versuchen, auch im nachhaltigen Einkauf wie auch beim Heizen ressourcenschonend zu agieren. Man muss das gesamtheitlich sehen, mit Energie und Rohstoffen dauerhaft vernünftig umgehen und nicht nur dann, wenn es wehtut.“

Auch in Korbach werde bei der Beleuchtung und Licht-Dekoration gespart, sagt Hanse-Chef Jürgen Tent.

Beim Rewe-Markt Stephan Fink in Korbach in der Wildunger Landstraße wird seit einigen Wochen die Außenbeleuchtung früher am Abend abgeschaltet. Auch im Innenbereich leuchten nun weniger Spots, berichtet Bianca Fink. Aus Energiespargründen verzichte der Markt zudem auf Kühlschränke von externen Firmen, die sonst oft zusätzlich in dem Lebensmittelmarkt aufgestellt waren. Die Öffnungszeiten sind aber unverändert geblieben.

Die einzelnen Sparmaßnahmen seien sicherlich wirkungsvoll, weil alle Rewe-Märkte mitmachen, meint Bianca Fink. (Jörg Paulus und Stefanie Rösner)

Handelsverband: Inflation relativiert Umsätze

„Das Weihnachtsgeschäft ist für einen Großteil des Handels von enormer Wichtigkeit. Einzelne Teilbranchen erwirtschaften knapp ein Drittel des Jahresumsatzes in dieser Zeit“, sagt Jochen Ruths, der Präsident des Handelsverbandes Hessen. Für das anstehende Weihnachtsgeschäft rechne der Verband „in historisch schwierigen und äußerst unsicheren Zeiten“ mit einem Umsatzplus von 5,4 Prozent zum Vorjahr. „Die Umsätze werden aber durch die Inflation relativiert“, so Ruths. (jpa)

Auch interessant

Kommentare