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Arbeit für die Musikschulen im Kreis: Hauptamtlicher Vorstand seit einem Jahr am Ruder

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Von: Philipp Daum

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Unverzichtbar bei Veranstaltungen im Landkreis: Gruppen der Musikschule sorgen bei Konzerten für Begeisterung beim Publikum. Hier ist das Anfängerensemble bei einem Auftritt auf der Freilichtbühne in Korbach zu sehen.
Unverzichtbar bei Veranstaltungen im Landkreis: Gruppen der Musikschule sorgen bei Konzerten für Begeisterung beim Publikum. Hier ist das Anfängerensemble bei einem Auftritt auf der Freilichtbühne in Korbach zu sehen. © Stefanie Rösner

Schneller agieren und effektiver auf Veränderungen reagieren können: Darum geht es im Kern bei der neuen Organisationsstruktur des Musikschulkreisverbandes, die seit gut einem Jahr Bestand hat.

Aus einem achtköpfigen, ehrenamtlichen Vorstand ist damals ein hauptamtlicher Vorstand geworden – an der Spitze stehen seither Birgit Gabriel als kaufmännisch-verwaltender und Daniel Senft als musisch-pädagogischer Vorstand.

Kontrolliert werden die beiden von einem ehrenamtlichen Aufsichtsrat.

Unsere Zeitung hat gemeinsam mit Birgit Gabriel und Daniel Senft darüber gesprochen, wie die neue Organisationsstruktur die Arbeit innerhalb des Musikschulkreisverbandes verändert hat und welche Aufgaben in Zukunft zu bewältigen sind.

„Zunächst gibt es jetzt eine dauerhafte Erreichbarkeit – sowohl für die Leitungen der Musikschulen in Korbach, Bad Arolsen, Frankenberg und Bad Wildungen sowie auch für die jeweiligen Verwaltungsleitungen. Wir waren schon auch ein recht schwerfälliges Konstrukt“, sagt Volljuristin Birgit Gabriel, die einige Jahre auch dem ehrenamtlichen Vorstand angehörte, nicht ohne Selbstkritik. Beide betonen zudem, dass man sich keinen „teuren Wasserkopf“ leiste. Der hauptamtliche Vorstand sei „kostengünstig“ aufgestellt worden und komme insgesamt auf eine 80-Prozent-Stelle, von der Birgit Gabriel den Großteil übernehme. Daniel Senft leitet zusätzlich zu seiner Aufgabe im Vorstand weiterhin die Arolser Musikschule.

Letztlich ist laut Birgit Gabriel klar gewesen, dass aufgrund des gestiegenen Arbeitspensums ein anderes Gebilde auf hauptamtlicher Basis nötig gewesen sei. Dies habe man im Musikschulkreisverband genauso gesehen.

„Wir haben Ideen und wollen Vieles auf den Weg bringen“, sagt Daniel Senft. Natürlich habe der ehrenamtliche Vorstand sehr gute Arbeit geleistet, alles sei stets souverän gelaufen. „Jetzt – im neuen, hauptamtlichen Konstrukt – ist aber mehr Zeit, sich Gedanken um die Zukunft zu machen und Dinge konsequenter auf den Weg zu bringen“, sagt er.

Hauptamtlicher Vorstand: Birgit Gabriel und Daniel Senft leiten die Geschicke des Musikschulkreisverbandes.
Hauptamtlicher Vorstand: Birgit Gabriel und Daniel Senft leiten die Geschicke des Musikschulkreisverbandes. © Philipp Daum

Aufgrund der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie ging es nach Auskunft der beiden Vorstände in den vergangenen zwei Jahren aber zunächst einmal um die Bestandssicherung der Musikschulen im Landkreis. „Wir hatten extrem hohe Einbußen, aber die Situation hat sich im Laufe dieses Jahres wieder deutlich gebessert. Dennoch bleibt das oberste Ziel, aus den roten Zahlen herauszukommen“, betont Birgit Gabriel. Der Musikschulkreisverband müsse weiter solide wirtschaften.

„Ein weiteres Ziel ist, dass wir uns noch stärker nach außen hin präsentieren. Mit der Neugestaltung unserer Homepage haben wir damit bereits im vergangenen Jahr begonnen. Wir sind nun präsenter und besser erreichbar“, sagt die 51-Jährige.

Neben der neuen Webseite wurde auch ein neues Update für das vorhandene Verwaltungsprogramm des Musikschulkreisverbandes installiert. „Wir haben einerseits die ganzen Anmeldungen der Schülerinnen und Schüler, die bearbeitet werden müssen. Im Zuge dessen müssen Listen für die Lehrkräfte erstellt werden, auf denen verzeichnet wird, ob der jeweilige Schüler im Unterricht war“, erklärt Daniel Senft.

Auf der anderen Seite gebe es noch viele weitere Aufgaben für die Verwaltung. „Mit dem Update versuchen wir nun, Prozesse zu optimieren, um letztlich auch Kosten einzusparen.“ Auch mit Blick auf den Unterricht an den Musikschulen soll der Digitalisierungsprozess weiter vorangetrieben werden.

App und virtueller Adventskalender

Mit einer Musikschul-App, die der Kreisverband ab Dezember herausbringen will, soll das Thema „Digitalisierung“ auch bei den Schülerinnen und Schülern der jeweiligen Musikschulen Einzug halten. „Die App bietet die Möglichkeit, mit den Lehrkräften zu kommunizieren – und zwar auch dahingehend, dass virtuelle Unterrichtsräume entstehen“, berichtet Birgit Gabriel. Es könne beispielsweise zusammen gejammt werden.

„Wir werden die App zunächst in einem kleineren Nutzerkreis vorstellen und testen. Der Plan ist, dass darüber später zum Beispiel auch verschiedene Unterrichtseinheiten online stattfinden können. Außerdem soll die App die Möglichkeit bieten, sich über Veranstaltungen zu informieren“, fügt Daniel Senft hinzu. Ein Schwarzes Brett, an dem online zum Beispiel Musikinstrumente angeboten werden, soll ebenfalls Bestandteil der App sein.

Smartphone: Eine Musikschul-App soll ab Dezember getestet werden.
Smartphone: Eine Musikschul-App soll ab Dezember getestet werden. © Strobel/DPA

Auf die Frage, ob in Zukunft sämtliche Unterrichtseinheiten online stattfinden sollen, sagen die beiden Vorstände unisono: „Nein, Präsenzunterricht wird es natürlich auch weiterhin geben.“ Allerdings betont Birgit Gabriel, dass man die jungen Menschen dort abholen müsse, wo sie sich befänden. „Wir verlieren fast alle Musikschüler, wenn diese ein Studium beginnen oder aufgrund einer Ausbildung den Landkreis verlassen. Gerade einmal zwei Prozent unserer Musikschüler sind über 18 Jahre alt“, sagt Birgit Gabriel. An genau diese jungen Erwachsenen richteten sich die Online-Angebote. „Wir wollen es schaffen, die etwas älteren Schüler weiter an unsere Musikschulen zu binden und dem Trend damit entgegenzuwirken.“

Ein etwas kleineres, aber nicht minder interessantes Projekt startet beim Musikschulkreisverband Waldeck-Frankenberg ab morgen. Im Sinne der Nachhaltigkeit verzichtet der Verband dieses Jahr weitgehend auf das Versenden von Weihnachtspost. Stattdessen hat er mit Hilfe von etwa 80 Schülerinnen und Schülern als Dankeschön an alle Unterstützer einen virtuellen musikalischen Adventskalender auf die Beine gestellt.

Die Türchen können ab Donnerstag, 1. Dezember, auf der Website musikschulkreisverband-waldeck-frankenberg.de geöffnet werden. Zu sehen sind in den kommenden Tagen dann 21 Beiträge aus den vier Musikschulen in Bad Arolsen, Bad Wildungen, Frankenberg und Korbach sowie drei Überraschungen.

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