Monzner schließt: Rennertehausen verliert seine letzte Kneipe

Die Gaststätte Monzner in Rennertehausen: Hier der kürzlich verstorbene Gastwirt Karl-Heinz Monzner (Mitte) beim Thekengespräch mit Gästen. Archivfoto:  Arnold

Rennertehausen. Nun ist es endgültig: Rennertehausen mit seinen knapp 1400 Einwohnern hat keine Dorfkneipe mehr. Nachdem im Oktober Gastwirt Karl-Heinz Monzner gestorben war, haben seine berufstätigen Kinder entschieden, die „Gaststätte Monzner" nicht weiterzuführen.

Mit dem letzten Stammtisch des Kreisschäfervereins und den Sparfachleerungen ging damit die über 40-jährige Tradition der Monzner- Gastronomie zu Ende.

Der Vater des Verstorbenen, Adolf Monzner, hatte 1971 den Mut, neben den bestehenden Rennertehäuser Traditionsgaststätten Battenfeld, Born und Raabe eine vierte Gaststätte zu eröffnen. Ab 1973 hat dann Karl-Heinz Monzner die Gaststätte seiner Eltern weitergeführt.

Nachdem die Gaststätten Raabe, Battenfeld und 2012 die Gaststätte Born - zuletzt unter dem Namen „Warsteiner Stübchen“ geführt - geschlossen wurden, war Monzner noch die letzte verbliebene Gaststätte in Rennertehausen. Nun wurde auch sie - dem dem Trend des Gaststättensterbens auf dem Lande folgend - geschlossen.

Dass die Gäste ausbleiben, dafür gibt es sicherlich viele Gründe: Es wird anders kommuniziert als früher am Kneipentisch; Vereinsheime versorgen ihre Mitglieder selbst; das Ausgehverhalten hat sich gewandelt; und sicherlich auch die Arbeitswelt mit immer höheren Anforderungen an die Menschen spielt eine große Rolle, dass es weniger „Kneipengänger“ gibt.

„Es lohnt sich nicht mehr“ - mit diesen Worten von Michael Monzner, dem Sohn des verstorbenen Gastwirts Karl-Heinz Monzner, ist eigentlich alles gesagt, warum hessenweit jährlich über 100 Gaststätten schließen und damit auf den Dörfern Einrichtungen verloren gehen, die einen hohen sozialen und kulturellen Stellenwert hatten. (wi)

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