Bundesgerichtshof hebt Urteil wegen fehlerhafter Begründung auf

Mord von Lütersheim muss neu verhandelt werden

Löscharbeiten in Lütersheim in der Nacht zum 20. November 2018: Der 79-Jährige wurde in seinem Wohnhaus tot aufgefunden.
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Großeinsatz der Feuerwehr in Lütersheim. In den frühen Morgenstunden des 20. November 2018 fanden Feuerwehrleute den Hausbewohner tot am Boden liegen.

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen einen wegen Mordes und Brandstiftung in Lütersheim zu lebenslanger Haft verurteilten Mannes aus Fulda aufgehoben und zur Neuverhandlung an das Landgericht Kassel verwiesen.

Volkmarsen/Karlsruhe – Der bei seiner Verurteilung 40 Jahre alte Mann aus Fulda hatte nach den Feststellungen des Gerichts im November 2018 in Lütersheim einen 79 Jahre alten Rentner in dessen Haus erschlagen, um an dessen Geld zu kommen.

Anschließend zündete der 40-Jährige das Holzhaus am Ortsausgang von Lütersheim in Richtung Viesebeck an. Mit den erbeuteten Kreditkarten wurden nach der Tat Einkäufe in Tschechien und Fulda getätigt. Dabei war jeweils das Handy des Angeklagten in der jeweiligen Funkzelle.

Der Bundesgerichtshof hob nun die Verurteilung wegen Mordes zu lebenslanger Haft wegen Mordes auf. In der Begründung des Beschlusses heißt es, das Landgericht Kassel habe zwar das Tatgeschehen korrekt festgestellt, seinen Schuldspruch dann aber stellenweise falsch begründet.

Damit folgten die obersten Richter in Karlsruhe in ihrem am Montag veröffentlichten Beschluss (Az.: 2 StR 391/20) in Teilen dem Revisionsantrag des Verurteilten und gaben das Verfahren zur Neuverhandlung nach Kassel zurück.

Gleichzeitig befanden die Richter in Karlsruhe, dass der mutmaßliche Mörder nicht zusätzlich der „besonders schweren Brandstiftung“ sondern nur der „Brandstiftung“ schuldig sei. Daher müsse die Gesamtstrafe entsprechend angepasst werden.

Der Angeklagte hatte es vor Gericht vorgezogen, zum Tatvorwurf zu schweigen. Allerdings hatte er gegenüber den Polizeibeamten, die ihn nach seiner Verhaftung von Korbach nach Kassel ins Polizeipräsidium fuhren, eine Art „Beichte“ abgelegt, obwohl er immer wieder auf sein Schweigerecht hingewiesen worden war. „Ja, ich war´s“ hatte er laut Aussage der Polizisten gesagt und Einzelheiten der Tat geschildert.  (Elmar Schulten)

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