Lichtenfelser Mittelpunktschule – Chancen bieten unter Corona-Bedingungen

MPS Goddelsheim: Blick auf Berufe durch neue Formate

Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 H mit Klassenlehrer Thorsten Knigge (hinten Mitte), Jannik Gasse, (hinten links) Ausbildungsleiter bei Fingerhaus, Astrid Curtze vom Fachbereich Arbeitslehre (hinten rechts).
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Berufsorientierung unter Corona: Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 H mit Klassenlehrer Thorsten Knigge (hinten Mitte) folgen den Ausführungen von Jannik Gasse, (hinten links) Ausbildungsleiter bei Fingerhaus. Eingeladen hat ihn Lehrerin Astrid Curtze vom Fachbereich Arbeitslehre (hinten rechts).

Lichtenfels - Goddelsheim – „Auch in Corona-Zeiten geht die berufliche Orientierung für die Schülerinnen und Schüler der Mittelpunktschule Goddelsheim weiter“, betont Astrid Curtze. Die Lehrerin gehört zum Team „Arbeitslehre“, organisiert die Berufsorientierung an der MPS federführend und hat ein neues Konzept erstellt, um den Vorabgangsklassen auch unter deutlich erschwerten Bedingungen jede Chance zur Berufsorientierung (BO) zu bieten.

Start für die neuen Formate war am so genannten „Siegel-Day“ am 3. Dezember: Der Fertighaushersteller „Fingerhaus“ aus Frankenberg stellte der Klasse 8H die elf Berufe vor, die in den Unternehmen aktuell ausgebildet werden – das passierte virtuell und in der Schule.

Denn während die Schüler den Betrieb in Frankenberg bisher klassenweise persönlich besichtigen durften und die Azubis vor Ort direkt von ihren Erfahrungen berichten konnten, ist das während Corona nicht möglich – eine andere Lösung musste her. Also brachte Ausbildungsleiter Jannik Gasse die Erfahrungen der Fingerhaus-Azubis in Form von ganz neu erstellen Videos mit in die Klasse. Darin erklärten die Azubis unter anderem ihre Aufgaben, welche Berufsschule sie besuchen und welche Fächer sie neben Fachkunde noch absolvieren. Im Gepäck hatte der Ausbildungsleiter auch eine Checkliste zur Berufswahl und ein Quizz über Fingerhaus, stellte sich zudem allen Fragen der Mädchen und Jungen, die in der 7. und 8. Schulstunde auch eifrig Gebrauch von der Möglichkeit machten, einen Eindruck zu erlangen.

Fingerhaus bildet sechs handwerkliche Berufe aus – Zimmerer, Dachdecker, Holzmechaniker, Maler und Lackierer, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie ab 2011 auch Fliesen-, Platten- und Mosaikleger. Neben den beiden technischen Berufen Bauzeichner und Fachinformatiker für Systemintegration gibt es auch Lehrstellen für Industriekaufleute, Kaufleute für Marketingkommunikation und Fachkräfte für Lagerlogistik. Insgesamt werden 80 Azubis ausgebildet.

Mittelpunktschule Goddelsheim ist eine „SIEGEL-Schule“

Die Mittelpunktschule Goddelsheim ist mit dem „Berufswahl-SIEGEL“ für „die Umsetzung einer exzellenten Berufs- und Studienorientierung“ ausgezeichnet. Dabei werden den jungen Menschen fundierte Kenntnisse über Wirtschaft, Arbeit und Beruf schon im Unterricht vermittelt: Die Schülerinnen und Schüler an SIEGEL-Schulen erleben betriebliche Abläufe und Berufsbilder schon vor dem Start in Ausbildung oder Beruf – durch Praktika und Schülerprojekte.

SIEGEL-Schulen verfügen über ein Netzwerk, in dem sie mit Unternehmen, Bildungsträgern und der Berufsberatung gute Berufs- und Studienorientierung umsetzen. Auch Eltern werden eingebunden.

Außerdem trägt die Schule das Gütesiegel „Berufs- und Studienorientierung Hessen“, das Mitglied ist im bundesweiten Netzwerk „Berufswahl-SIEGEL“. Das Gütesiegel wird an Schulen vergeben, die eine vorbildliche Berufs- und Studienorientierung im Rahmen der Qualitätsstandards der hessenweiten Strategie OloV gestalten. OloV steht für Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf. red/md

Während das einwöchige Berufsorientierungsseminar – das Herzstück der BO an der MPS Goddelsheim – im Februar noch stattfinden konnten, fielen danach viele der geplanten Betriebsbesichtigungen, Praktika und Seminare aufgrund von Corona aus. „Wir beginnen schon in den siebten Klassen mit der Berufsorientierung, die wichtigsten Maßnahmen werden jedoch in der 8H und 9R geboten. Damit wir trotz Corona möglichst viel anbieten können, haben wir unser Konzept umgestellt“, erklärt Lehrerin Astrid Curtze. Sie hat alle bisherigen Kooperationspartner angeschrieben, wie ein Austausch in Zukunft möglich sei, „und ich habe viele positive Rückmeldungen mit Unterstützungsangeboten und kreativen Ideen von Wirtschaft, Behörden und weiterführenden Schulen erhalten, so dass ich sehr zuversichtlich bin“, sagt die Pädagogin. Die neuen Formate seien ganz unterschiedlich, die Betriebe würden sich viel Mühe machen, „ich bin sehr dankbar für das großartige Engagement unserer Kooperationspartner“, unterstreicht Astrid Curtze. Von Marianne Dämmer

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