Lichtenfels ändert Satzung – Windelsäcke für Familien bleiben

Müllgebühren in Lichtenfels steigen

Die Entsorgung von Müll wird in der Stadt Lichtenfels teurer, die Gebühren steigen pro Jahr um 7,56 Euro. Für die Entsorgung von Sperrmüll sind ab kommendem Jahr 30 Euro fällig.
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Die Entsorgung von Müll wird in der Stadt Lichtenfels teurer, die Gebühren steigen pro Jahr um 7,56 Euro. Für die Entsorgung von Sperrmüll sind ab kommendem Jahr 30 Euro fällig.

Die Stadt Lichtenfels ändert ihre Satzung über die Entsorgung von Abfällen. Die Stadtverordneten stimmten am Dienstagabend bei ihrer Sitzung in der Mündener Festhalle einstimmig dafür, die Müllgebühren um 7,56 Euro auf 89,16 Euro pro Jahr für die Abfuhr von Restmüll, Altpapier und Biomüll zu erhöhen.

Lichtenfels – Außerdem ist die Abholung von Sperrmüll bis 2,5 Kubikmeter nicht mehr umsonst. Zukünftig wird eine Gebühr in Höhe von 30 Euro erhoben. Die Stadt reagiert damit auch auf die Tatsache, dass an den Abfallanlagen des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft des Landkreises Waldeck-Frankenberg seit Beginn des Jahres für die angelieferten Mengen direkt vor Ort Gebühren in Höhe von 160 Euro pro Tonne gezahlt werden müssen.

Bisher wurden in Lichtenfels außerdem für Kinder bis zum 2. Lebensjahr keine Abfallgebühren erhoben, und bei Familien mit mehr als zwei minderjährigen Kindern blieben das dritte und jedes weitere Kind ebenfalls in der Berechnung unberücksichtigt. Das ändert sich nun: Berechnet wird in Zukunft jedes Familienmitglied. Allerdings werden junge Familien nach wie vor unterstützt, in dem ihnen monatlich zwei kostenfreie Windelsäcke für Kinder bis zum 3. Lebensjahr zur Verfügung gestellt werden.

Auch der Preis für 60-Liter-Restmüllsäcke ändert sich, er steigt von 2,50 auf 7,50 Euro.

Notwendig wurde die Erhöhung, weil der Gebührenhaushalt Abfall in Lichtenfels im laufenden Jahr ein Defizit von rund 57 300 Euro aufweist – und Gebührenhaushalte grundsätzlich kostendeckend kalkuliert werden müssen. Zurückzuführen ist das Defizit unter anderem darauf, dass sich mit der Neuvergabe der Abfuhrlogistik zu Beginn des Jahres 2021 die Aufwendungen um 17 Prozent erhöht haben, außerdem in den vergangenen zwei Jahren die Sperrmüllmengen deutlich gestiegen sind.

„Wir haben alle Alternativen geprüft und auch die Fraktionsvorsitzenden aktiv in die Beratungen einbezogen, um eine möglichst gerechte und geringe Erhöhung zu erreichen“, erklärte Bürgermeister Henning Scheele in der Sitzung. „Hätten wir die Familien weiterhin befreit, was es unseres Wissens nirgendwo sonst gibt, hätten wir die Müllgebühren für alle deutlich erhöhen müssen und damit vor allem auch Rentner und ärmere Bürger getroffen – das war keine Alternative“, sagt Horst Wendt, Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, der mit sieben Ja-Stimmen und einer Enthaltung für den Beschlussentwurf des Magistrats gestimmt hatte. „Immerhin hatte die bisherige Satzung neun Jahre Bestand, die Erhöhung fällt moderat aus und die Familien werden nach wie vor durch die Windelsäcke unterstützt“, sagte Eckhard Schnatz (CDU). Die Änderungen treten zum 1. Januar 2022 in Kraft. (Von Marianne Dämmer)

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