Müllumladestation in Geismar: So wird die Waage geeicht

Erfassung: Für den gelieferten Müll werden Gebührenscheine direkt vor Ort erstellt.

Geismar. Die Müllumladestation in Geismar bleibt alle zwei Jahre geschlossen: Beamte vom Eichamt in Kassel prüfen die Waage. Wir waren dabei und erklären, wie man seinen Müll und Elektroschrott anliefert.

Die Eichung der elektronischen Waage ist gesetzlich vorgeschrieben. „Das ist wie mit dem TÜV beim Auto“, erklärt Egbert Blanc, Betriebsleiter der Abfallwirtschaft Waldeck-Frankenberg.

Die Ampel zeigt, wann Lkw oder Pkw auf die Waage, die bis zu 50 Tonnen misst, fahren dürfen. Dann wird der mitgebrachte Abfall gewogen.

Damit das Gewicht korrekt ist, muss die Waage alle zwei Jahre geeicht werden. Mitarbeiter einer Wartungsfirma bereiten sie dafür vor. „Sie prüfen schon einmal, ob die Technik der Waage in Ordnung und nicht manipulierbar ist“, erklärt Blanc. Dazu legen sie Gewichte auf und prüfen die Funktion des Systems anhand des Sollgewichts. Das Foto oben rechts zeigt, wie die Waage mit 25 Tonnen schweren Gewichten geprüft wird. „Die Waage zeigt eine Abweichung von zwei Kilogramm“, sagt Blanc. Das sei weit unter der erlaubten Abweichung von maximal 15 Kilogramm.

1. Die Wartungsfirma sieht außerdem nach, ob Teile ersetzt werden müssen, weil sie etwa verschlissen sind. Sind alle Vorbereitungen getroffen, kommen Beamte vom Eichamt in Kassel. „Sie simulieren dann in einem aufwendigen Prozess verschiedene Gewichtssituationen“, sagt Blanc. Ist alles in Ordnung, darf der Betrieb weitergehen.

2. Die Müllumladestation nimmt Abfall sowohl von privaten Bürgern als auch von Firmen an. 80 bis 120 Lkw werden am Tag gewogen und direkt vor Ort erfasst. Hinzu kommen 20 000 bis 25 000 Anlieferungen im Jahr von Bürgern aus dem Landkreis. Diese werden nicht gewogen, da Bürger Abfall, Sperrmüll und Elektromüll kostenlos abliefern dürfen. „Gemeinden und Bürger gewinnen dabei beide“, sagt Blanc. Die Gemeinden sparen sich bei dieser Regelung Transportkosten, der Bürger Gebühren.

3. Der gesamte Müll und Schrott wird dann auf dem Gelände sortiert. Restabfall etwa wird in einen Trichter geworfen und landet in Containern. Ein Greifbagger hilft bei der Verteilung nach. Die Container werden von Lkws, die gleich leere Container mitbringen, abgeholt. Der Restmüll wird nach Flechtdorf (Diemelsee) gebracht und dort in einer mechanischen Aufbereitungsanlage verarbeitet, da Geismar seit 2003 keine Abfälle mehr deponiert.

4. Mehrere Container stehen für Elektroschrott bereit. Sie sind in Gruppen unterteilt. „Akkus, Bildschirmgeräte, Kühlschränke und kleine Haushaltsgeräte müssen wegen ihrer Teile sortiert werden“, sagt Blanc. In anderen Containern werden auch Sperrmüll, Bauschutt und andere Sonderabfälle gesammelt.

Auch Gartenabfälle finden auf dem Gelände ihren Platz. Bioabfälle landen auf Kompostierungsanlagen. Dort werden sie gemischt und speziell aufgeschichtet. Nach 16 Wochen wird der Großteil auf Feldern als Dünger verteilt.

Umladestation in Zahlen 

8 Container stehen für den Restabfall bereit. Lkw holen sie ab und tauschen sie aus.

50 Tonnen kann die Waage der Umladestation in Geismar wiegen. Das entspricht in etwa 50 VW Polos.

7000 Tonnen Müll im Gelben Sack und 5000 Tonnen Altglas betreut die Abfallwirtschaft Waldeck-Frankenberg. Entsorgt werden sie über duale Systeme. Die Abfallwirtschaft unterstützt in Beratung und Organisation.

20 000 bis 25 000 Mal im Jahr kommen Bürger zur Umladestation Geismar, um Abfall oder Elektroschrott abzuliefern.

22 000 Tonnen Haus- und Sperrmüll fallen jährlich an.

35 000 Tonnen Bioabfall landen jedes Jahr im Kompostwerk Geismar. Der Abfall wird sortiert, gemischt und speziell gelagert, um Kompost zu gewinnen.

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