Münzgeld ab 2015 stärker überprüft: Kunden tragen Kosten mit

Eine Kiste pro Tag: Karsten Schindler ist als Hauptkassierer der Frankenberger Bank für die Münzen zuständig, die die Kunden in den Automaten einzahlen. „Diese Münzen fassen wir nicht mehr an, die holt ein Werttransportunternehmen ab“, sagt Schindler. Foto:  Paulus

Waldeck-Frankenberg. Ab dem 1. Januar 2015 wird Münzgeld in der EU stärker auf Echtheit und Umlauffähigkeit (keine Beschädigungen) überprüft.

Für die Banken und Sparkassen in Waldeck-Frankenberg bedeutet das einen deutlich höheren Aufwand mit mehr Kosten.

Die Geldinstitute müssen Münzen, die wieder ausgezahlt werden, entweder durch Maschinen, externe Dienstleister oder eigenes, extra geschultes Personal auf diese Kriterien überprüfen. Für die Kunden heißt das: Der Bargeldverkehr wird sicherer. Aber auch: Die Kosten der Banken für diesen Aufwand müssen möglicherweise von ihnen mitbezahlt werden.

Von „erheblichen Mehrkosten“ spricht Gert Gläser, Vorstand der Sparkasse Battenberg - vor allem wegen der Anschaffung und Wartung zertifizierter Maschinen, die für kleinere Banken sehr teuer seien. Zudem müsse das Personal geschult werden und der Zeitaufwand steige. Und wenn die Bank die Überprüfung der Münzen an einen Dienstleister vergebe, müsse sie sich neue Münzen liefern lassen - beides kostet Geld.

Die Kosten für das neue Kontrollverfahren haben einen „doch nennenswerten Umfang“, sagt auch Carsten Stumpe, Vertriebsleiter der Waldecker Bank. Deshalb werde die Bank für „bargeld-intensive Bereiche“ ihre Preismodelle überprüfen. Auch die Frankenberger Bank kündigte an, die Kosten für „die erheblichen Aufwendungen“ gegenüber den Kunden geltend zu machen.

Karlheinz Göbel, Pressesprecher der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, stellt klar, dass die neue „EU-Verordnung für Münzrollenfertiger“, wie sie offiziell heißt, im Bargeldverkehr aber keine Auswirkungen für die Kunden habe. Wenn ein Kunde Münzen einzahlt oder ein Verein sich Münzen als Wechselgeld holt, bleibt alles beim Alten.

Da die Auswirkungen für die Banken und Sparkassen aber groß und die Bearbeitungskosten hoch seien, hält Gert Gläser sogar eine Abschaffung von 1- und 2-Cent-Münzen für sinnvoll.

Von Jörg Paulus

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