46 verendete Stare auf der Bundesstraße

Mysteriöser Massentod: Tote Vögel fielen in Bad Wildungen vom Himmel

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Toter Star: Das Bild zeigt einen der verendeten Vögel, die auf der Bundesstraße beim Bad Wildunger Stadtteil Mandern gefunden worden. Insgesamt starben 46 Tiere. 

Bad Wildungen. In Bad Wildungen sind lauter tote Vögel vom Himmel gefallen: Das Verenden von 46 Staren, die auf der Bundesstraße im Stadtteil Mandern lagen, gibt Rätsel auf.

„Sie sind offenbar vom Himmel gefallen“, mutmaßt Karl-Heinz Paul, der die Vögel auf der Heimfahrt unmittelbar vor seiner Hofeinfahrt entdeckt hat.

Im Umkreis von 50 Metern lagen die Tierkadaver. Keiner habe gesehen, was dort geschah. Ereignet hatte sich der Vorfall bereits am Donnerstag.

Drei tote Vögel hat Paul eingesammelt. Sie sind am Freitag von Mitarbeitern des Veterinäramts in Frankenberg abgeholt und zur Untersuchung eingeschickt worden. 

Wie sind die Vögel in Bad Wildungen gestorben?

Eine Erklärung für das Massensterben der Tiere hat Paul nicht. Eine Kollision mit einem Lkw oder Flugzeug sei wenig wahrscheinlich, weil die Körper der Vögel keine sichtbaren Verletzungen aufwiesen.

„Ein besonderes Wetterphänomen schließe ich auch aus“, sagt der Besitzer der AfS-Gleitschirmflugschule, der für seinen Flugbetrieb täglich die Wetterdaten auswertet. „Es war ein gewöhnlicher Tag ohne Extreme“, bescheinigt der 57-jährige der aus dem Wildunger Stadtteil Mandern kommt.

Auch NABU-Experte Wolfgang Lübcke tappt bei der Ursache zunächst noch im Dunkeln: „Ich habe dazu keine eindeutige Erklärung.“ Am ehesten komme für ihn - im Gegensatz zu Paul - eine Kollision in Betracht.

Seine Vermutung, ein Verkehrsereignis könnte den Massentod ausgelöst haben, teile ein Experte der staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland in Frankfurt. „Vielleicht haben die Stare im Umfeld, in den Hausgärten, Früchte verzehrt oder andere ergiebige Nahrungsquellen genutzt“, meint Martin Hormann. „Es könnte zum Beispiel sein, dass die Vögel plötzlich aufgescheucht wurden und dann im niedrigen Flug als Schwarm mit den schnell herankommenden Fahrzeugen wie Lkw oder Bus kollidierten.“

Ein Tod durch Gift sei für Lübcke unwahrscheinlich. „Dann wären die Stare ja nicht alle gleichzeitig vom Himmel gefallen.“

Mysteriöser Massentod auf der Bundesstraße in Mandern: Im Umkreis von etwa 50 Metern lagen die Stare auf dem Boden. Was zu diesem merkwürdigen Ereignis geführt hat, ist noch nicht bekannt. Das Veterinäramt in Frankenberg wird die Kadaver nun genauer untersuchen.

Stare, die meist etwas kleiner als Amseln sind, haben ein ausgeprägtes Schwarmverhalten und fliegen oft zu Tausenden auf engstem Raum, erläutert Lübcke vom NABU. Ein Genickbruch durch Kollision sei meist ziemlich schwer zu erkennen. Genaue Erkenntnisse erhofft er sich von der nun folgenden Untersuchung der toten Vögel, deren wissenschaftlich korrekte Bezeichnung Sturnus vulgaris (Gemeiner Star) ist.

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