Info-Abende auf Burg Hessenstein

NABU: Fledermäuse saugen kein Blut

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Bei den Fledermaus-Erlebnisabenden können sich Interessierte die Tiere – allerdings nicht wie hier lebend, sondern als Präparat – ganz genau anschauen.  

NABU und Naturschutz-Jugend laden zu Fledermaus-Abenden auf die Jugendburg Hessenstein ein. Nächster Termin ist der 19. Juni.

Waldeck-Frankenberg – Etwa 25 Fledermaus-Arten gibt es in Deutschland, allein 18 davon in Waldeck-Frankenberg. Dass die Tiere eine durchaus wichtige Rolle für unsere Umwelt spielen, alle Arten vom Aussterben bedroht sind und dass niemand sich vor ihnen fürchten muss, darüber klären Naturschützer in den kommenden Monaten bei einigen Fledermaus-Erlebnisabenden auf.

Im Landkreis fühlen sich Fledermäuse wohl. Das liege vor allem am Eder-, Diemel- und Twistesee, aber auch am Nationalpark, sagt Frank Seumer vom NABU Frankenberg. Seit gut 30 Jahren beschäftigt er sich mit den Tieren. Die Seen und viele alte, große Bäume bieten ihnen jede Menge Nahrung in Form von Insekten, im Winter gibt es zudem durch viele ehemalige Bergbaugebiete alte Höhlen und Stollen, in denen sich Fledermäuse verkriechen können, sagt Seumer. Das locke sogar Exemplare aus Norddeutschland an.

Für den Kreislauf der Natur seien Fledermäuse durchaus wichtig, das Fressen von Insekten sei ihre Aufgabe. Doch noch immer hätten die Tiere ein schlechtes Image. Und das zu Unrecht, sagt der Experte. „Fledermäuse saugen kein Blut.“ Auch dazu sollen die Info-Abende stets dienen: Die Referenten wollen aufräumen mit immer wieder zitierten Vorurteilen.

Immer im Vordergrund stehen jedoch Informationen und Spaß. So zeigen Kindern und Erwachsenen an den Erlebnis-Abenden ein echtes Fledermaus-Skelett, einige ausgestopfte Exemplare vermitteln spielerisch, wie die Echoortung bei Fledermäusen funktioniert und geben einen Einblick in Sagen und Märchen, in denen die Tiere eine Rolle spielen.

Alle Arten in Deutschland gelten als vom Aussterben bedroht, doch in Waldeck-Frankenberg gibt es auch gute Nachrichten: Seit Jahrzehnten zählen die Aktiven von NABU und NAJU jeden Winter in mehr als 40 Quartieren die Tiere „und die Tendenz geht leicht nach oben“, sagt Seumer. Das habe unter anderem mit dem bewussteren Umgang mit Insektengiften zu tun, vermutet er. Die seltene Mopsfledermaus beispielsweise sei im Sommer und Winter mittlerweile heimisch in Battenberg.

Damit möglichst viele der Tiere auch in Zukunft hier leben, kann jeder einen Beitrag leisten. Gärten sollten auch aus nachtblühenden Pflanzen bestehen, rät Seumer. An Häusern müsse außerdem nicht jeder Spalt abgedichtet sein oder könnten auch spezielle Kästen angebracht werden. Alte Bunker, Höhlen und Stollen müssten nicht zugeschüttet, sondern könnten auch schlicht durch Gitter geschützt werden. Dadurch gebe es weitere Winterquartiere.

An bis zu 100 Info-Abenden informiert Frank Seumer mit seinen Mitstreitern David Wenzel, Alexander Graser, Ayham Jarrah, Alexandros Ikim und Ömer Dalkaya Kinder und Jugendliche, immer wieder aber auch Erwachsene, über die spannende Welt der Fledermäuse. Zudem versuchen sie so auch, mit Vorurteilen aufzuräumen. Ihr Motto: „Tagsüber rumhängen, abends unterwegs.“

Beim Termin auf der Jugendburg Hessenstein am 19. Juni werden die Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt, erkunden den Fledermauslehrpfad, bauen Kästen zum Übernachten für die Tiere und schauen sich Präparate an. Der Höhepunkt an jedem Fledermaus-Erlebnisabend: Das gemeinsame Beobachten, wenn die Tiere ausfliegen, um Insekten zu jagen.

Service: Weitere Infos gibt es auch im Internet unter www.nabu-frankenberg.de

Fledermaus-Abende

Auf der Jugendburg Hessenstein bei Ederbringhausen gibt es am kommenden Freitag, 19. Juni, einen Fledermaus-Erlebnisabend. Beginn ist um 20 Uhr. Anmeldungen sind nötig per E-Mail an fledermaus@Jugendburg-Hessenstein.de. Weitere Fledermaus-Abende gibt es im Nationalparkzentrum Herzhausen am 22. Juli, 20 Uhr, am 12. August, 19.30 Uhr, und am 18. September, 19 Uhr. Dazu gibt es weitere Infos im Internet auf .nationalparkzentrum-kellerwald.de. Seit mehr als 15 Jahren gibt es einen Fledermauslehrpfad auch in Asel, den der Ortsbeirat seinerzeit gegründet hat und federführend von Ortsvorsteher Thomas Ruch betreut wird. Auf mehr als zwei Kilometern und an mehreren Stationen wird Interessierten bei Führungen allerlei Wissenswertes vermittelt. Wer eine Führung dort vereinbaren möchte, findet mehrere Ansprechpartner auf der Internetseite fledermauslehrpfad.de.

VON JULIA JANZEN

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