Nach Unfall: Ex-Landrat Eichenlaub gesteht Versicherungsbetrug

Der Angeklagte: Helmut Eichenlaub, Ex-Landrat von Waldeck-Frankenberg. Archivfoto:  Fischer

Kassel. Helmut Eichenlaub hat am Montag im Prozess vor dem Landgericht Kassel einen Versicherungsbetrug zugegeben: Der Ex-Landrat räumte ein, durch falsche Angaben zu einem Unfall die Versicherung des Kreises zur Erstattung von 3300 Euro gebracht zu haben.

Die Anklage treffe in diesem Punkt zu, ließ er seinen Anwalt eine Erklärung verlesen. Gegenüber der Versicherung hatte Eichenlaub angegeben, am 28. Dezember 2009, als er morgens mit seinem Privatwagen zu einem dienstlichen Termin losfahren wollte, auf seinem Grundstück bei Glatteis gegen einen Container gerutscht zu sein.

Tatsächlich hatte sein Sohn den Unfall fünf Tage zuvor in Frankenberg verursacht: Er war in der Steingasse mit seinem schwarzen Audi A3 auf den Golf Variant einer Frau aus Allendorf/Eder aufgefahren. Die Frau und der Inhaber ihrer Werkstatt sagten gestern als Zeugen aus.

Anwalt Stefan Bonn verlas dazu eine Erklärung - die erste Äußerung Eichenlaubs zur Anklage. Er habe damals zum Ende seiner Amtszeit unter großem Stress gestanden und Medikamente einnehmen müssen. Als sein Sohn ihm den Unfall beichtete, habe er sich sehr aufgeregt und sich hinreißen lassen, gegenüber der Versicherung falsche Angaben zu machen.

Er bedauere sein Fehlverhalten sehr. Bereits 2011 hatte Eichenlaub die rund 3300 Euro an die GVV-Kommunalversicherung wieder zurückgezahlt.

Fragen wirft der Zahlungsweg auf: Der als Zeuge geladene Lackierermeister, der das Auto instand gesetzt hatte, berichtete von einem weiteren Unfall kurz nach der Reparatur. Er habe danach das beschädigte Auto für 8000 Euro gekauft und vom Kaufpreis die 3300 Euro für die erste Reparatur abgezogen. Später habe Eichenlaubs Sohn zu seiner Verwunderung die gleiche Summe in bar abgegeben. Das Geld habe er nach Rücksprache an die GVV überwiesen. (lb)

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