Feuer am 1. Weihnachtstag

Nach Hausbrand: Allendorfer Familie dankt für Spenden

Vor dem ausgebrannten Haus in Allendorf/Eder: Die Eheleute Nicole und Ali Yavuz. Rechts mit Laptop Antonia Staubach, die über das Internet eine Hilfsaktion organisiert hat.
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Vor dem ausgebrannten Haus in Allendorf/Eder: Die Eheleute Nicole und Ali Yavuz. Rechts mit Laptop Antonia Staubach, die über das Internet eine Hilfsaktion organisiert hat.

Die Eheleute Yavuz haben so ziemlich alles verloren. Am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages ist ihr Haus am Goldberg in Allendorf/Eder abgebrannt. Die 22-jährige Nachbarin Antonia Staubach hat eine Spendenaktion gestartet. Bei dieser Aktion sind schon 41 561 Euro zusammengekommen.

Allendorf/Eder – „Ich hatte auf vielleicht 10 000 Euro als Soforthilfe gehofft“, sagt Antonia Staubach. Von der Terrasse ihres Wohnhauses schaut man auf die Brandruine. Man habe sich gut verstanden, berichtet Antonia Staubach. „Nicole und Ali Yavuz waren wie Kinder meiner Eltern.“

Was war passiert? Über Weihnachten hatten Nicole und Ali Yavuz Besuch von Nicoles Schwester mit deren Familie. Auch Oma und Opa wohnten noch mit im Haus. Gegen 5.30 Uhr wurde der Brand durch Zufall bemerkt, „weil meine fünfjährige Nichte nicht schlafen konnte“, erzählt Nicole Yavuz. Ihre Nichte schlafe normalerweise mit einem Nachtlicht, das sei aber – vermutlich wegen des Brandes und eines Kurzschlusses – ausgegangen. „Mama, mach das Licht wieder an“, habe die Kleine gerufen.

Daraufhin sei ihr Vater aufgestanden und habe Rauchentwicklung im Hauswirtschaftsraum bemerkt. Parallel dazu hätten Sicherheitsleute der benachbarten Firma Viessmann an die Haustür geklopft, weil sie ebenfalls Rauch bemerkt hatten. „Mein Schwager hat die Tür geöffnet und alle Kinder rausgetragen. „Raus, raus, es brennt“, habe der Schwager laut gerufen.

„Von vorn war kein Feuer zu sehen, da war nur Rauch“, erinnern sich Nicole und Ali Yavuz. Sie hätten im Obergeschoss geschlafen. Auch Antonia Staubach war im Nachbarhaus gegen 5.40 Uhr wach geworden. Alle Hausinsassen wurden noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht, ehe das Gebäude fast vollständig ausbrannte. Unter der Leitung von Gemeindebrandinspektor Horst Huhn waren rund 90 Feuerwehrleute aus den Gemeinden Allendorf und Bromskirchen im Einsatz. Auch die Frankenberger Drehleiter war vor Ort.

Brandursache steht noch nicht fest

Jetzt liegt das Haus in Schutt und Asche. Das Dach ist provisorisch mit Folie abgedeckt. „Wir hatten gerade alles fertig“, blickt Ali Yavuz traurig auf den Hauskauf und die Renovierungsarbeiten zurück. „Gott sei Dank ist niemand verletzt worden. Das ist im Augenblick das, was uns auf den Beinen hält“, sagt Ali Yavuz. Die Ursache des Brandes stehe noch nicht fest. Man geht von einem technischen Defekt aus.

So sehr der Verlust und der Brandschaden auch schmerzen, so dankbar sind die Eheleute Yavuz mit ihren beiden acht und drei Jahre alten Söhnen für die vielfältige Hilfe, die ihnen in Allendorf entgegengebracht wurde. „Das hatten wir überhaupt nicht erwartet“, sagt Ali Yavuz.

Viele Nachbarn hätten gespendet, aber auch Feuerwehrleute und Polizeibeamte während des Einsatzes mit Getränken und Nahrung versorgt. Viele Allendorfer spendeten Geld oder Kleidung, teilweise auch Spielsachen. Weitere Kleiderspenden werden jetzt nicht mehr benötigt. Die von Antonia Staubach über das Portal „gofundme“ gestartete Internet-Spendenaktion fand Resonanz in ganz Deutschland. Mehr als 1000 Einzelspenden gingen bisher ein. Viele spendeten anonym oder gaben Briefumschläge mit Geld ab.

Auch die Geschäftsführung seines Arbeitgebers Hollingsworth & Vose in Hatzfeld, viele Kollegen, das Battenberger Autohaus Biebighäuser, die Baustofffirma Balzer und ein Möbelhaus aus Münchhausen hätten Hilfe angeboten oder gespendet. „Das alles hilft uns sehr“, sagt Ali Yavuz tief betroffen.

Familie Yavuz möchte Spendern und Helfern danken

„Das Haus wird wieder aufgebaut“, haben Nicole und Ali Yavuz beschlossen. Sie wohnen derzeit mit den Kindern sehr beengt bei Alis Eltern in Rennertehausen. „Wenn Corona vorbei ist, möchten wir alle Helfer und Spender in die Allendorfer Moschee einladen“, kündigt Ali Yavuz schon jetzt an.

Der besondere Dank der Familie Yavuz aber gilt der Nachbarin Antonia Staubach. „Das war doch selbstverständlich“, antwortet die junge Frau bescheiden.

Die Internetseite der Spendenaktion für die Allendorfer Familie ist über den Kurzlink bit.ly/spendeallendorf zu finden.

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