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Nach Wahlbeobachter-Eklat: EWF stellt Geschäftsführer Stefan Schaller frei

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Von: Lutz Benseler

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Wegen seiner Tätigkeit als Wahlbeobachter der Schein-Referenden stellt die EWF aus Waldeck-Frankenberg ihren Geschäftsführer Stefan Schaller frei.

Waldeck-Frankenberg – Als Reaktion auf seine Tätigkeit als Wahlbeobachter beim völkerrechtswidrigen russischen Schein-Referendum in der Ukraine haben die EWF-Gremien ihren Geschäftsführer Stefan Schaller (63) mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das wurde in einer Sondersitzung der Gremien am Montagmorgen einstimmig entschieden.

Die Aufsichtsräte der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) und der Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien (VEW) sowie der EWF-Verbandsvorstand waren kurzfristig zusammengekommen. Zuvor hatten sich am Samstag bereits der Ältestenrat und der Kreisausschuss des Landkreises Waldeck-Frankenberg mehrheitlich dafür ausgesprochen – und sich damit unmissverständlich politisch positioniert.

„Das Verhalten des Geschäftsführers verstößt ganz klar gegen die Weltanschauung, die moralischen Werte und die Philosophie des Unternehmens, das Völkerrechtsverstöße und jegliche Form von Gewalt entschieden ablehnt“, betont der Aufsichtsratsvorsitzende der kreiseigenen Energiegesellschaft Landrat Jürgen van der Horst stellvertretend für alle Mitglieder der entsprechenden Gremien.

Stefan Schaller, Geschäftssführer der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF).
Stefan Schaller, Geschäftssführer der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). © EWF

EWF und VEW aus Waldeck-Frankenberg: Beratung über die Abberufung von Geschäftsführer Stefan Schaller

Die Aufsichtsräte und Vorstände hätten sich daher sehr klar für die unverzügliche Freistellung des Geschäftsführers ausgesprochen – und sich gleichzeitig deutlich vom völkerrechtswidrigen Vorgehen Russlands in der Ukraine distanziert. Dadurch solle nicht nur ein klares Signal gesetzt, sondern auch Schaden vom Unternehmen abgewendet werden, das als heimischer Energieversorger in Waldeck-Frankenberg rund 90.000 Haushalte versorgt, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.

Durch die unverzügliche Freistellung ist der Geschäftsführer mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden. Zeitnah werden die Gremien von EWF und VEW sich über die Abberufung beraten. Das sei ein formaler Weg, der eingehalten werden müsse, teilt der Landkreis mit. Perspektivisch werde dann über die Zukunft in der Geschäftsführung des Energieversorgers entschieden. 

Geschäftsführer Stefan Schaller aus Waldeck-Frankenberg als Wahlbeobachter in der Ukraine

Dass er bei den umstrittenen Scheinreferenden für Recht und Ordnung sorgen soll, hatte am Wochenende international heftige Kritik ausgelöst: Stefan Schaller, Geschäftsführer der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), war auf Einladung Russlands als Wahlbeobachter ins besetzte Gebiet Saporischschja in der Ukraine gereist. In Interviews mit russischen Medien äußerte sich Schaller beeindruckt von der „Transparenz“ des Referendums. Alles sei sehr gut organisiert und in der Bevölkerung gebe es Begeisterung über die Abstimmung, zitiert ihn die Nachrichtenagentur TASS. (Lutz Benseler)

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