Nachhaltigkeit: Agenda 2030 der Weltgemeinschaft deckt viele Themen ab

Zukunft besser gestalten

Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands 
Frankenberg und Stephanie Wetekam, Geschäftsführerin des 
Kreisbauernverbands Waldeck
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Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Frankenberg, und Stephanie Wetekam, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands Waldeck, geben Einblicke in die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in Waldeck-Frankenberg.

Die Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Waldeck-Frankenberg über die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 und ihre Herausforderungen für die Landwirtschaft.

Im Jahr 2015 hat die Weltgemeinschaft die Agenda 2030 verabschiedet. Dabei steht die Nachhaltigkeit in all ihren Facetten im Vordergrund. Mit der Agenda 2030 will die Weltgemeinschaft weltweit ein menschenwürdiges Leben ermöglichen und dabei gleichsam die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft bewahren. Dies umfasst ökonomische, ökologische und soziale Aspekte. Alle Staaten sind aufgefordert, ihr Tun und Handeln danach auszurichten. Deutschland hat sich bereits früh zu einer ambitionierten Umsetzung bekannt. Mit 17 globalen Zielen deckt die Agenda 2030 eine Vielzahl von Themen ab.

Nachhaltigkeit spielt auch in der Landwirtschaft eine große Rolle. Für den Kreisbauernverband wie für den Landkreis ist es ein wichtiges Thema. „Nachhaltigkeit wird hier seit Jahrhunderten gelebt“, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Frankenberg. „Dabei unterliegt die Landwirtschaft, wie fast alle anderen Branchen auch, einem stetigen Strukturwandel.“ Bis 1920 waren mehr als die Hälfte der Menschen im Landkreis Waldeck-Frankenberg in der Landwirtschaft beschäftigt. Heute macht der Anteil der in der Landwirtschaft Beschäftigten lediglich noch 2,5 Prozent aus, wie die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Waldeck, Stephanie Wetekam, vorrechnet. 

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„Die wichtigsten Nachhaltigkeitsziele sind keine Armut und kein Hunger. Das kann nur mit einer produktiven Landwirtschaft funktionieren“, so Wetekam. Dabei seien die Voraussetzungen weltweit gesehen ganz unterschiedlich. Während in Deutschland heute wenige Betriebe viele Lebensmittel produzieren, leben in Entwicklungsländern zum Teil noch rund 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Dort muss auch ein viel größerer Teil des Einkommens für Lebensmittel aufgewendet werden. Ein immer wichtigeres Thema spielt auch die Biodiversität. „50 Prozent der Fläche Deutschlands werden von Landwirten bewirtschaftet“, weiß Stephanie Wetekam. „Wer wenn nicht die Landwirtschaft kann für Biodiversität sorgen.“ Was aber nicht bedeuten dürfe, dass die Wirtschaftlichkeit darunter leidet. „Das ist ein echtes Spannungsfeld. Denn Blühflächen sind zwar eine gute Sache, sind aber null wirtschaftlich“, sagt Matthias Eckel. Deshalb müsse es in den nächsten Jahren darum gehen, wie Biodiversität auch ertragreich sein kann. „Die Bemühungen im Umwelt- und Naturschutz spiegeln sich derzeit nicht in den Produktpreisen wider. Das ist ein echtes Problem.“ Den Menschen müsse klar sein, dass das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele nicht zum Nulltarif geschehen kann. „Für den ein oder anderen wird das am Ende auch bedeuten, eventuell auf gewisse Dinge verzichten zu müssen“, prognostiziert Eckel. Denn die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele sei auch immer mit Investitionen verbunden. Geht es beispielsweise um den Klimaschutz oder sauberes Trinkwasser, herrschen strenge Auflagen. „Da müssen die Menschen auch bereit sein, mehr zu bezahlen.“ Bedenklich sei es, dass Hessen sich nicht in einer einzigen Produktgruppe auf ein ganzes Jahr gesehen selbst versorgen kann. „Egal welche Lebensmittel wir in Hessen produzieren – sei es Fleisch, Getreide, Gemüse, Obst, Milch – nichts davon reicht, um die Hessische Bevölkerung über ein ganzes Jahr zu versorgen“, gibt Stephanie Wetekam zu bedenken. „Das bedeutet in der Folge, dass Lebensmittel aus den anderen Bundesländern und häufig aus dem Ausland zugekauft werden müssen. Die Umweltwirkungen verlagern wir dann ebenfalls dorthin. Auch die Standards entsprechen häufig nicht den unseren. Dies widerspricht den Nachhaltigkeitszielen.“

Um die Agenda 2030 zu erfüllen, muss in allen Lebensbereichen nachhaltig gehandelt werden. Da sieht der Kreisbauernverband die Landwirtschaft bereits gut aufgestellt. „Nehmen wir beispielsweise den Klimaschutz. Hier hat es die Landwirtschaft im Vergleich zu anderen Branchen geschafft, die Zwischenziele zu erreichen“, sagt Stephanie Wetekam. Und nachhaltig sei es auch, wenn landwirtschaftliche Betriebe finanziell gesund geführt und übergeben werden. „In Waldeck-Frankenberg haben wir viele Betriebe, die seit Generationen in Familienbesitz sind – auch das ist nachhaltig“, sagt Matthias Eckel. „Und da wo es Betrieben gut geht, wird auch investiert.“ So profitieren regionale Unternehmen davon, wenn Höfe ausgebaut oder neue Maschinen angeschafft werden. Wieder andere Betriebe verarbeiten landwirtschaftlich produzierte Güter weiter. „Da wo es eine starke Landwirtschaft gibt, gibt es starke vor- und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche. Als Faustregel kann man sagen, dass an jedem landwirtschaftlichen Arbeitsplatz sieben weitere Arbeitsplätze hängen“, erklärt Matthias Eckel. „Ziel muss es sein, die Nachhaltigkeitsziele zu Geschäftsfeldern zu machen“, so die Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Je schneller Lösungen gefunden werden, wie Maßnahmen sich auch wirtschaftlich rentieren, desto schneller können sie auch im nötigen Maße durchgesetzt werden. „Da hat sich schon einiges getan, aber wir sind immer noch in der Findungsphase“, bewerten die Geschäftsführer die Situation. (JB)

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