Nachts mit Tretroller durchs Battenberger Seniorenzentrum

Mit Tretroller während der Nachtwache unterwegs: Wohnbereichsleiterin Monika Koch im Battenberger DRK-Seniorenzentrum. Foto: Hoffmeister

Battenberg. Wenn Monika Koch Nachtdienst hat im Battenberger Seniorenzentrum, dann saust sie mit einem Tretroller über die langen Flure.

„Als wir vom Wingertsberg umgezogen sind in unseren neuen Anbau, da hatte ich nach der ersten Arbeitswoche dicke Beine“, erzählt Monika Koch. Kein Wunder: Die Wege über die langen Flure sind mitunter weit im 120-Betten-Haus. Besonders nachts, mit deutlich reduziertem Personalschlüssel, hat das Pflegepersonal oft weite Wege zurückzulegen. „Von einem Ende bis zum anderen sind es bestimmt 250 Meter“, schätzt Monika Koch.

Weil ihr die Füße wehtaten, bekam sie von ihrem Lebensgefährten einen Tretroller geschenkt. Doch ganz so einfach war das nicht.

„Wir mussten uns arbeitsrechtlich absichern“, sagt Heimleiterin Daniela Ernst. Es gab zunächst einen Ortstermin mit dem Betriebsrat. Heinz-Wilhelm Eckhardt aus Frankenberg wurde als Fachkraft für Arbeitssicherheit eingeschaltet. Auch die Berufsgenossenschaft wurde um Stellungnahme gebeten.

Danach war klar, dass es grundsätzlich möglich ist, einen Tretroller als Hilfsmittel im Seniorenzentrum einzusetzen. Allerdings nur nachts. „Tagsüber wäre die Gefahr zu groß, dass es zu Zusammenstößen mit einem unserer Bewohner kommt“, erklärt Heimleiterin Daniela Ernst.

Sie musste eine „Verfahrensanweisung zur Benutzung des Tretrollers während des Nachtdienstes“ schreiben, um das Okay der Fachbehörden zu erhalten.

Danach hat der DRK-Kreisverband vier Tretroller für Erwachsene zum Stückpreis von 170 Euro gekauft, die bei der Fahrradschmiede in Battenfeld zusammengebaut und nachgerüstet wurden. Vorgeschrieben sind beispielsweise zwei Bremsen, weiße Reifen und ein Tüv-Siegel. Zusätzlich angebracht wurde noch ein Körbchen an jedem Roller, in dem das Pflegepersonal zum Beispiel Blutdruck-Messggeräte oder Patientenakten transportieren kann. „Gefahren werden darf auf den Fluren nur auf der Seite, die von den Bewohnertüren abgewandt ist“, sagt Heimleiterin Ernst.

„Manche mögen das nicht. Aber es wird ja niemand gezwungen, den Roller zu benutzen“, sagt Wohnnbereichsleiterin Monika Koch. Sie ist von den Tretrollern ganz begeistert. „Oft muss ich bei einer Nachtwache 15 bis 20 Mal hin und her“, sagt die Neuludwigsdorferin. Das ist jetzt kein Problem mehr. „Die sausen wirklich gut mit den großen Rädern. Das ist eine wirkliche Entlastung.“

Von Thomas Hoffmeister

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