Netze für Anteile: Energieversorger EWF und EAM einigen sich

Umspannwerk von EWF in Korbach: Der heimische Energieversorger will sein Marktgebiet im Frieden mit EAM ausdehnen. Foto:  red

Waldeck-Frankenberg. Der Stromkrieg zwischen der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) und der EAM aus Kassel („Energie aus der Mitte") ist befriedet. EAM überträgt einen Teil der Gas- und Stromnetze im Kreis an EWF und erhält im Gegenzug Geschäftsanteile an der EWF.

Sogar eine Fusion von EWF und der Energiegesellschaft Frankenberg (EGF) scheint möglich. Damit Landkreis und Kommunen bei der EWF aber weiterhin die Mehrheit haben, müssen sie Kapital nachschießen. Es geht um 13,6 Millionen Euro.

Nach dem Kauf von Eon Mitte und der Bildung der neuen EAM durch die kommunale Familie in Nordhessen stritt sich EAM mit EWF um Kunden, Versorgungsnetze und Durchleitungsrechte (Konzessionen). Im Wettbewerb hatte EWF nämlich etwa in Hatzfeld, Bromskirchen, Battenberg, Frankenau, der südlichen Hälfte Vöhls, östlichen Teilen Volkmarsens und Breuna die Konzessionen erworben. Diese Gebiete betrachtete EAM in der Nachfolge von „Eon Mitte“ aber als ihre Reviere - und wollte die Netze für Strom und Gas nicht herausrücken. Zudem hält EAM noch Anteile an der Energiegesellschaft Frankenberg (EGF) - gemeinsam mit den Frankenberger Stadtwerken.

Ende 2014 kehrte plötzlich wieder Frieden ein. EWF und EAM handelten einen Kompromiss aus. Demnach wird EAM zum 1. Januar 2016 die strittigen Netze herausgeben, im Gegenzug einen Anteil an EWF bekommen. Im Hintergrund liefen in den vergangenen Monaten die Verhandlungen. Ergebnis: EAM soll für das Gesamtpaket 13,2 Prozent der EWF-Anteile erhalten. Den Rest der von EAM gewünschten 15 Prozent bringt das Unternehmen gegen Bares ein.

Die technischen Fragen seien geklärt, auch der Übergang von rund einem Dutzend EAM-Mitarbeiter für die Versorgungsnetze an EWF seien kein Problem, erklärte Landrat Dr. Reinhard Kubat auf Nachfrage. Kubat ist Aufsichtsratsvorsitzender der EWF. (jk)

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