300 Meter für 470 000 Euro fertiggestellt

Neue Mauer gibt Blick frei auf parkähnlichen Wildunger Hauptfriedhof

Freuen sich über die gelungene neue Friedhofsmauer: (von links) Hans-Jürgen Kramer, Ralf Gutheil und Roland Bockhorn von der Wildunger Stadtverwaltung
+
Freuen sich über die gelungene neue Friedhofsmauer: (von links) Hans-Jürgen Kramer, Ralf Gutheil und Roland Bockhorn.

Bad Wildungen – „Unsere Friedhöfe ähneln immer mehr einem Park. Dem trägt die nun fertige neue Mauer das Hauptfriedhofs Rechnung“, sagt Hans-Jürgen Kramer vom Bauamt.

Hintergrund ist der anhaltende Trend weg von der Erdbestattung hin zum Urnenbegräbnis. „Dreiviertel der Bestattungen sind inzwischen Einäscherungen, Tendenz steigend“, fügt Kramer hinzu.

Die Gräber benötigen weniger Platz. Grabsteine fehlen oder fallen deutlich kleiner aus, so dass Rasenflächen, Bäume und Sträucher zunehmend das Erscheinungsbild einer Friedhofsanlage dominieren.

Neues Tor verkürzt für viele den Fußweg

Die neue, niedrigere Mauer an der Nordseite des Hauptfriedhofs entlang der Bubenhäuser Straße gibt mit ihren Zaunelementen nun die Sicht auf den Grünzug der letzten Ruhe frei, anders als die hohe alte, die den Blick von der Straße aus verstellte.

Zudem wurde etwa auf der Mitte der 300 Meter ein neues Tor eingebaut. Für Fußgänger, die von der Bubenhäuser Straße in die Siedlungen rechts oberhalb des Friedhofs wollen, verkürzt sich der Weg laut Kramer so um etwa 400 Meter.

Planung für neue Mauer aus dem Bauamt

Gemeinsam mit Roland Bockhorn vom Bauamt entwarf Kramer die Gestalt und den Aufbau der neuen Mauer. „So haben wir Planungskosten vermieden“, freut sich Bürgermeister Gutheil.

2018 wurde schlagartig klar, dass die 100 Jahre alte Mauer im Wortsinn nicht mehr zu halten war. Bauhofbeschäftigte entdeckten das Malheur. „Der Mauerfuß im Boden war durch eingedrungenes Wasser und Frost zerbröselt“, schildert Bockhorn. „Sie hätten die Mauer von Hand umstoßen können“, fügt Kramer hinzu.

Kosten für neue Mauer um 80 000 Euro geringer als ursprünglich gedacht

Notdürftig stützte der Bauhof die Konstruktion aus Kunststeinen damals ab. 550 000 Euro kalkulierte das Bauamt grob für den Ersatz. Tatsächlich steht am Ende eine Rechung über 470 000 Euro, inklusive des Abrisses der alten Mauer. Das Geld stammt größtenteils aus der „Hessenkasse“ des Landes.

Künstlicher Sandstein prägt nun mit Metallzaunelementen die Optik. Die Säulen der Mauer sind innen durch einen gegossenen Betonkern verstärkt. Die Fugen zu den dazwischen liegenden Mauerelementen haben Luft, damit die Konstruktion von innen her zum Schutz gegen Frostschäden regelmäßig wieder austrocknet. Die Hoffnung: eine längere Haltbarkeit als beim Vorgängermodell vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Das historische Konstrukt wurde allerdings nicht komplett baufällig. Das Haupttor und die Mauer an der Westseite blieben erhalten und wurden n einem Zug mit aufgehübscht. (Matthias Schuldt)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.