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Wildtierpark Edersee auch in Zeiten der Pandemie ein Besuchermagnet

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Neugierig: Ein Fischotter.
Neugierig: Einer der beiden Fischotter, die neuerdings im Wildtierpark Edersee zu Hause sind. © Jörg Schade

Der Wildtierpark Edersee in der Gemeinde Edertal erfreute sich trotz coronabedinger Schließungen und Einschränkungen auch in den beiden vergangenen Jahren großer Beliebtheit.

Edersee – 2020 kamen rund 150 000 Besucher und damit fast so viele wie im Rekordjahr 2019 (156 607 Besucher). Im Folgejahr waren es 136 000.

Das berichtete Tierparkleiter Tobias Rönitz am Freitag beim traditionellen Rundgang der Mitglieder des Fördervereins durch die 1970 im Bericher Holz in Hemfurth-Edersee eröffneten Einrichtung. Er gab dabei einen Überblick über Tierbestand und Baumaßnahmen.

Beim Rundgang: Parkleiter Tobias Rönitz (rechts) gibt den Mitgliedern des Fördervereins einen Überblick über Tiere und Einrichtungen.
Beim Rundgang: Parkleiter Tobias Rönitz (rechts) gibt den Mitgliedern des Fördervereins einen Überblick über Tiere und Einrichtungen. © Jörg Schade

In den letzten drei Jahren seien zahlreiche Bauprojekte umgesetzt worden, betonte Rönitz. Viele kleine Maßnahmen wie neue Zäune konnten dabei auch von den Mitarbeitern des Parks selbst erledigt werden, da durch die coronabedingten Schließzeiten Arbeitskapazitäten frei wurden.

Zwei Wildkatzen im neuen Gehege

Im Herbst 2021 begann der Bau des neuen Wildkatzengeheges, das in diesem Frühjahr fertig gestellt wurde. Das alte ist so marode, dass es abgerissen werden muss. „Die letzte alte Katze musste mit umziehen, leider ist sie nach sechs Monaten gestorben“, erklärte Rönitz. Seit Ende August tummeln sich zwei Katzen aus dem Wildpark Chemnitz im neuen Gehege des Wildtierparks Edersee, Einrichtung des Nationalparks Kellerwald-Edersee.

Bewährt hat sich inzwischen die vom Förderverein weitgehend finanzierte neue Aussichtsplattform. „Wegen der Statik und der Haltbarkeit haben wir uns für eine Konstruktion aus Metall statt Holz entschieden“, berichtete Rönitz. An dieser Plattform fand Anfang Oktober auch der kleine Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Wildtierparks statt. „Eine schöne, gelungene Feier“, wie der Parkleiter betonte.

Timberwölfin überraschend gestorben

Bei den europäischen Wölfen hat sich im Frühjahr siebenfacher Nachwuchs eingestellt. Zwei Tiere wurden inzwischen abgegeben, für die verbliebenen fünf startete die Parkleitung einen Namensfindungswettbewerb. Der ist inzwischen abgeschlossen. Die beiden männlichen Wölfe wurden Charly und Cowalski getauft, die weiblichen Clara, Coco und Cleo.

Schon vor einigen Jahren begann der Tierpark damit, die kanadischen Timberwölfe durch europäische Wölfe zu ersetzen. Abgetrennt von ihren europäischen Kollegen lebten bis letzte Woche noch zwei Timberwölfe des früheren Rudels im Wildtierpark. Jetzt ist nur noch ein Tier übrig. Rönitz: „Die 13 Jahre alte Wölfin ist am Freitag überraschend gestorben.“

Zwei Fischotter sind eingezogen

Im Luchsgehege leben derzeit drei Tiere. Auf Nachwuchs warteten die Tierpfleger in diesem Jahr vergebens. Der Parkleiter: „Das hat leider noch nicht geklappt.“

Wildschweine: Für sie wurde ein Teil der Einzäunung erneuert.
Wildschweine: Für sie wurde ein Teil der Einzäunung erneuert. © Jörg Schade

Bei den Fischottern hat der Wildtierpark inzwischen die Haltung kanadischer Otter zugunsten der europäischen Gattung aufgegeben. Das letzte Tier wurde Ende 2020 nach Gelsenkirchen abgegeben. Da es in vielen Tierparks im vergangenen Jahr aber kaum Nachwuchs bei den Ottern gab, blieb das Gehege ein Jahr lang leer. Rönitz: „Im April sind zwei neue Bewohner eingezogen.“

Stall für Sorraiapferde und Wisente in Bau

Auch bei den Wildpferden ersetzen inzwischen die seltenen Sorraiapferde die bisherige Rasse Heckpferde. Weltweit gibt es von dieser hochbedrohten Rasse nur noch 200 bis 500 Tiere. Etwa 20 Prozent dieses Bestandes lebe in Deutschland.

Für diese Pferde und die Wisente baut der Wildtierpark derzeit einen neuen Stall. Anfang Oktober begannen die Tiefbauarbeiten. „Der Rohbau soll November/Dezember stehen“, sagte der Parkleiter.

Großbaustelle: Für Wisente und Wildpferd entsteht bis zum Frühjahr ein neues Stallgebäude.
Großbaustelle: Für Wisente und Wildpferd entsteht bis zum Frühjahr ein neues Stallgebäude. © Jörg Schade

Der Neubau entsteht unmittelbar neben dem bisherigen Stall aus dem Jahr 1985. Da dessen Bodenplatte etwas schief ist, „haben wir uns eine ebene Stelle gesucht“, erläuterte Rönitz vor Ort. Der alte Stall wird dann später abgerissen.

Greifenwarte beendet am 30. Oktober 2022 die Saison

Zu den Publikumsmagneten des Wildtierparks gehört die Greifenwarte der Familie Kluthausen. Noch bis zum 30. Oktober finden dort täglich (außer montags) um 11 und um 15 Uhr Flugschauen unter anderem mit Gänsegeier Ernie statt. Der Geierfelsen dagegen ist derzeit verwaist. Der letzte der dort frei lebende Geier, der so genannte Spanier, muss im Gehege verbleiben, da er einige Besucher gebissen hat.

In zwei Jahren wurden zwei Gänsegeier, zwei Mönchsgeier und 14 Schwarzmilane nachgezüchtet. In der Auffang- und Pflegestation wurden 25 Turmfalken, fünf Mäusebussarde, drei Waldkäuze, zwei Sperber, eine Waldohreule, zwei Uhus, ein Rotmilan und ein Habicht aufgepäppelt und betreut. Fast alle Vögel konnten nach der Pflege erfolgreich wieder ausgewildert werden. (Jörg Schade)

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