Schätzungsweise 2,5 Millionen Euro

Neuer Kindergarten in Volkmarsen am Haus Dr. Bock geplant

Ein neuer Kindergarten soll auf einem Areal am Haus Dr. Bock in Volkmarsen errichtet werden. Dafür wird der Bereich rechts von der alten Scheune benötigt.
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Ein neuer Kindergarten soll auf einem Areal am Haus Dr. Bock in Volkmarsen errichtet werden. Dafür wird der Bereich rechts von der alten Scheune benötigt.

Als Ersatz für den Kindergarten „Feuerrotes Spielmobil“ an der Gerichtsstraße in Volkmarsen soll in der Nähe auf einem Areal hinter dem Haus Dr. Bock eine neue Kindertagesstätte für schätzungsweise 2,5 Millionen Euro errichtet werden.

Volkmarsen – Dafür stimmten im Grundsatz der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Sozial-, Integrations- und Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend. In einer Sitzung vor der Kommunalwahl am 14. März soll den Stadtverordneten bereits ein Entwurf für ein eingeschossiges Gebäude vorgestellt werden.

Bebauungsplan ändern

Zugleich wurde eine Änderung des Bebauungsplanes „In der großen Wittmarzeite / Vor dem Walderberge“ unweit des bisherigen Kindergartens empfohlen. Mit der Gemeinde Breuna, Eigentümerin des Erbbaurechtsgrundstücks, hat den Plänen zugestimmt. Eine weitere Fläche soll noch erworben werden.

Die derzeit von 65 Jungen und Mädchen besuchte Kindertagesstätte ist nach 46 Jahren sanierungsbedürftig und an die Grenzen angelangt. Eine neue Gruppe müsste geschaffen werden.

Darum keine Sanierung

Eine Sanierung wird jedoch als unwirtschaftlich angesehen, zudem bietet sich das Areal für mögliche Erweiterungspläne des ortsansässigen Supermarktes direkt daneben an. In einer Ausschusssitzung wurden die Möglichkeiten am Stadtbruch geprüft.

Denkbar wären Räumlichkeiten im Bereich der Grundschule Villa R und des Familienzentrums. Dorthin ist inzwischen provisorisch eine Gruppe ausgelagert worden.

Das spricht gegen den Stadtbruch

Ein Neubau am Stadtbruch, der wegen der Nähe zur Grundschule, zu Nordhessenhalle und Sportgelände vorteilhaft wäre, ist jedoch ausgeschossen, weil das in Frage kommende Gelände in einem Überschwemmungsgebiet liegt, wie dazu Bürgermeister Hartmut Linnekugel in einem Gespräch mit der WLZ erläuterte.

Als Ersatz für den sanierungsbedürftigen und zu klein gewordenen Kindergarten „Feuerrotes Spielmobil“ ist ein Neubau in der Nähe auf einem Areal am Haus Dr. Bock geplant.

So bietet sich ein Neubau am nahe gelegenen Haus Dr. Bock an, die Nutzung ist auch mit dem Geschichts- und Heimatverein besprochen worden, der unter anderem die Scheune für museale Zwecke nutzt.

Das spricht für Kasseler Straße

Die neue Kindertagesstätte läge in einem verkehrsberuhigten Bereich: Die einst wegen der Nutzung durch die Bundeswehr auf acht bis zehn Meter Breite angelegte Kasseler Straße ist inzwischen an der Einmündung auf die Gerichtsstraße geschlossen.

Sie bietet aber Parkmöglichkeiten an. Das infrage kommende Gelände bietet Entwicklungsmöglichkeiten für den Kindergarten.

Günstiges Darlehen erwartet

Zur Finanzierung des Kindergartens mit fünf Gruppen erwartet Linnnekugel eine Förderquote von wenigstens 50 Prozent. Zwar sei er gerade nach der Sanierungs der Finanzen unter dem Schutz des Landes Hessen „kein Freund“ von Darlehen, doch bei einemvoraussichtlichen Zinssatz von 0,3 Prozent und einer Laufzeit von 20 Jahren können sich die Stadt diesen Kredit leisten.

Die Stadt hat bereits einen Förderantrag gestellt und erwartet 1,1 Millionen Euro an Landes- und Kreismitteln. Aus dem Verkauf des bisher genutzten Gebäudes und des Grundstücks wird ein Erlös von rund 89 000 Euro erwartet.

Regenerative Energie nutzen

Schließlich setzt die im vorigen Jahr als hessische Klimakommune anerkannte Stadt Volkmarsen auf weitere Zuschüsse , etwa für die Installation einer Photovoltaikanlage in Verbindung mit einer elektrischen Flächenheizung. Ob eine Förderung aus mehreren Förderprogrammen möglich ist, wird gegenwärtig nach Auskunft von Bürgermeister Linnekugel noch geprüft.

Im Grundsatz haben die Ausschüsse einem Neubau des Kindergartens in der Kernstadt Volkmarsen zugestimmt.

Viel mehr Platz

„Eine tolle Idee!“, sagte Thomas Neutze (FDP). In einem verkehrsberuhigten Bereich gelegen und mit deutlich mehr Fläche als an dem jetzigen Standort in der Nähe eines Getränke- und eines Supermarktes, böte sich der neue Standort sehr gut an.

Die Kasseler Straße ist seit Jahren abgehängt, zum Wenden für Pkw könnte nach Auskunft von Bürgermeister Hartmut Linnekugel eine Einbuchtung in den Gehweg angelegt werden, wobei dann immer noch genug Platz für Fußgänger wäre. „Genau die richtige Richtung“, sagte Klaus Teppe (FWG) und hob die in Aussicht stehenden günstigen Kreditzinsen hervor.

Varianten prüfen

Die Installation einer Photovoltaikanlage in Verbindung mit einer Flächenheizung werde noch geprüft, sagte Linnekugel auf Anfrage von Hakola Dippel (AfD). Dieser fragte, ob in Anbetracht der bei bewölktem Himmel eingeschränkt funktionierenden PV-Anlage auch eine herkömmliche Heizung geplant sei. Zudem sagte der Ratshauschef Thorsten Huntzinger (AfD) zu, zwei Planvarianten zu präsentieren - mit und ohne Klimaschutzprojekt. (Armin Haß)

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