Neues Buch über Kaffeehausstuhl von Thonet

Bei der Buchvorstellung in der ersten Reihe: (von links) Vivie Thonet, Autor Wolfgang Thillmann, Senior-Chefin Joy Thonet, Claus Thonet und Anke-Maria Thonet. Foto: mjx

Frankenberg. „Perfektes Design - Thonet Nr. 14" - so lautet der Titel eines neuen Buches von Wolfgang Thillmann aus dem rheinland-pfälzischen Vallendar.

Die Hauptrolle in dem Buch mit 128 Seiten und mehr als 200 Abbildungen spielt Michael Thonets Stuhl Nr. 14 - das erste massenhaft, industriell hergestellte Möbel, dessen Form vollkommen seiner Herstellungstechnik entspricht. „Perfektes Design im Jahr 1859“, beschrieb Thillmann diese Stuhl-Entwicklung während der Vorstellung seines neuen Bandes im Thonet-Showroom in Frankenberg.

Etwa 100 Gäste, die einen besonderen Bezug zu Thonet haben, folgten den Ausführungen des Autors und „Thonetologen“, wie ihn Thonet-Geschäftsführer Thorsten Muck betitelte. Der Thonet-Stuhl Nr. 14, der Wiener Kaffeehausstuhl, sei wohl der berühmteste Stuhl der Welt, betonte Muck: „Unsere Geschichte ist uns sehr wichtig, wir zehren sehr von dieser Vergangenheit.“ Heute trägt der Stuhl übrigens die Nummer 214.

Thonet ist mit seiner Gründung 1819 einer der ältesten familiengeführten Möbelhersteller der Welt. 1889 kam Thonet nach Frankenberg, 126 Jahre ist das inzwischen her. Bei der Buchvorstellung in der ersten Reihe: Jolantha „Joy“ Thonet, die 95 Jahre alte Senior-Chefin des Familienunternehmens.

Seit 25 Jahren habe er eine Sammlung von 300 Thonet-Möbeln zusammengetragen, begründete Thillmann die Motivation für sein neuestes Werk, das er im August herausgegeben hat: „Erst habe ich gesammelt, dann bin ich neugierig geworden und habe angefangen, mich auch mit den historischen und technischen Einzelheiten der Thonet-Möbel zu beschäftigen.“ Letztlich sei dadurch sein wissenschaftliches Interesse geweckt worden: Thillmann fuhr an die Wirkungsstätten von Michael Thonet nach Tschechien (das frühere Mähren) und Wien, besuchte Ausstellungen und forschte in Archiven. „Eine gewaltige Arbeit“, sagte Thillmann.

In 45 spannenden und eindrucksvollen Minuten beschrieb Thillmann insbesondere die Technik und auch die Vorgeschichte des Thonet-Stuhls Nr. 14 in der Zeit von 1830 bis 1856, ging aber auch auf die Folgezeit und die industrielle Produktion von 1856 bis 1880 ein. „Michael Thonet wollte massives Holz biegen“, sagte Thillmann: Das sei ihm mit großem Erfolg gelungen. „Wirtschaftlich war der Stuhl Nr. 14 ein großer Erfolg.“ Zudem zeigte der Autor die alten und neuen Modelle und erläuterte anschaulich auch die verschiedenen Techniken des Biegens von Holz.

„Wir haben heute bedeutende Hintergründe von den Wurzeln unseres Unternehmens erfahren dürfen“, sagte Muck am Ende.

Das Hardcover-Buch „Perfektes Design - Thonet Nr. 14“ von Wolfgang Thillmann gibt es im Buchhandel zum Preis von 35 Euro. ISBN-Nummer: 978-3-7356-0119-3. Das Buch hat 128 Seiten und 183 farbige und 23 schwarz-weiß Abbildungen. Auch eine praktische Hilfe für alle Besitzer von Thonet-Stühlen gibt es in dem Buch: Mit Hilfe einer Übersicht kann exakt bestimmt werden, wie alt ein Thonet-Stuhl ist. (mjx)

Wie viel Stühle und Tische die Firma Thonet in einer Woche produziert, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der Frankenberger Allgemeinen

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