Autor hat mehr als 40 Jahre geforscht

Neues Buch zeigt Welt der  Schmetterlinge in Waldeck-Frankenberg 

+
Außergewöhnliche Arbeit: Bernd Hannover (links), Schmetterlingsexperte des Nabu-Waldeck-Frankenberg präsentierte den ersten Band „Schmetterlinge in Waldeck-Frankenberg“. Es freuen sich mit ihm über die Veröffentlichung: Herausgeber, Schriftleiter und Erfasser sowie Sponsoren und Landrat Kubat.   

Über 40 Jahre hat der Bad Wildunger Bernd Hannover an der Kartierung der Schmetterlinge des Kreises Waldeck-Frankenberg gearbeitet – am Mittwoch wurde der erste Band vorgestellt.

Im Mittelpunkt des 500 Seiten starken Werkes stehen die Nachtfalter – von der Urmotte über Holzbohrer bis hin zum Wickler. Ende 2020 soll der zweite Band erscheinen, Ende 2021 der dritte Band. Im zweiten Band, der Ende 2020 erscheinen soll, werden die Tagschmetterlinge abgehandelt, ein dritter Band soll Ende 2021 folgen, erklärte Schriftleiter Wolfgang Lübcke bei der Vorstellung des Werkes, das in der Schriftenreihe „Naturschutz in Waldeck-Frankenberg“ erschienen ist.

Herausgeber sind der Naturschutzbund (Nabu) Waldeck-Frankenberg und der Waldeck-Frankenberger Arbeitskreis der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Für die Texterfassung war Markus Grosche verantwortlich. Finanziert werden konnte es dank großzügiger Spenden der Waldecker Bank sowie von Gerhard Kalden, Dr. Peter Nabitz und Herbert Niem.

Mehr als vier Jahrzehnte Tag und Nacht Schmetterlinge beobachtet 

„Auch wenn Bernd Hannover 48 Naturfreunden für die Mitteilung von Schmetterlingsbeobachtungen dankt, muss doch hervorgehoben werden, dass dieses epochale Werk ganz überwiegend sein Verdienst ist – dass das jemand fast allein stemmt, ist wirklich sehr bemerkenswert,“ betonte Wolfgang Lübke. Die Arttexte und Vorlagen für die Verbreitungskarten stammen vollständig von Bernd Hannover, die Fotos überwiegend von ihm. 

Der Schmetterlingsexperte hat über mehr als vier Jahrzehnte Schmetterlinge Tag und Nacht beobachtet, gefangen, fotografiert, bestimmt – manche Arten konnte er nur mithilfe von Spezialliteratur bestimmen. „Ein riesiger, nicht zu beziffernder Zeitaufwand, unzählige gefahrene Kilometer ohne jegliche finanzielle Unterstützung“, lobte Lübcke das außergewöhnliche Engagement des Wildunger Naturschützers.

1908 Schmetterlingsarten in Waldeck-Frankenberg nachgewiesen 

Die Kapitel enthalten Informationen zu den Faltern und Raupen, oft mit Fotos, sowie zu Verbreitung und Lebensraum. Letzteres wird bei vielen Arten durch detaillierte Rasterkarten dokumentiert, die über die Häufigkeit der Art Auskunft geben. Zudem gibt der Autor die Gefährdungssituation an. „So wird mit Abschluss der dreibündigen Dokumentation eine aktuelle Rote Liste der Schmetterlinge im Landkreis ermöglicht“, sagte Wolfgang Lübcke.

1908 Schmetterlingsarten seien in Waldeck-Frankenberg nachgewiesen – von 3700 Arten bundesweit. Die Veröffentlichung im flächengrößten Landkreis Hessens sei damit repräsentativ für das Land und „dürfte bundesweit seinesgleichen suchen“, sagte Lübcke. Das unterstrich auch Heinz-Günther Schneider, Vorsitzender des Nabu-Waldeck-Frankenberg. „Das Werk wird in der Forschung von großer Bedeutung sein“, dankte er für das Engagement, „das kann man gar nicht hoch genug schätzen“.

Die Ergebnisse werden zu einer Zeit veröffentlicht, in der viel über das Insektensterben diskutiert wird. „Bei den Nachtfaltern hat sich die Quantität drastisch verringert, durch den Klimawandel werden auch ganze Arten aussterben“, sagte Bernd Hannover.

Bernd Hannovers Wunsch: Buch soll dazu beitragen, alle Arten zu erhalten 

Es sei gut, dass das Werk über die wenig erforschte Artengruppe jetzt veröffentlicht werde, betonte Michael Wimbauer, Leiter des HGON Waldeck-Frankenberg. „Wir können nur schützen, was wir kennen“, sagte er. So hoffe er, dass die Menschen die Arten durch dieses Buch kennenlernen, um sie zu schützen. Landrat Dr. Reinhard Kubat dankte Bernd Hannover und allen an der Produktion beteiligten Naturschützern. Er versicherte, das Buch werde ein wichtiges Instrument in den Behörden des Landkreises für künftige Planungen, „es wird in Genehmigungsabwägungen miteinbezogen“.

Bernd Hannovers größter Wunsch: „Dass das Buch dazu beiträgt, dass alle Arten erhalten bleiben.“ Denn durch die niedrige Zahl an Faltern und Insekten ist auch die Zahl der Vögel und Fledermäuse stark zurückgegangen, weil ihnen Futter fehlt. Da Schmetterlinge auch Bestäuber sind, geht mit ihrem Verschwinden auch der Niedergang bestimmter Pflanzen einher.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.