Singer-Songwriterin aus Vöhl

Neues Video von Nadine Fingerhut: In „Geschichte“ geht es um den Rechtsruck in der Gesellschaft

Im früheren Studio von Edo Zanki bei Karlsruhe wurde das Video gedreht.
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Nadine Fingerhut stellt ihr neues Video vor. Es wurde im früheren Studio von Edo Zanki bei Karlsruhe gedreht.

An ihrem 36. Geburtstag macht sich Nadine Fingerhut selbst ein Geschenk: Die Vöhler Singer-Songwriterin veröffentlicht am 30. April das neue Video zu ihrem Song „Geschichte“.

Vöhl – Mit grobkörnigen Schwarz-Weiß-Bildern beginnt das Video: Die Kamera fährt über den großen, glänzenden Flügel, in dem sich Nadine Fingerhut spiegelt, dazu erklingen die ersten Klavierakkorde. Das Instrument steht im legendären Kangaroo-Tonstudio des 2019 verstorbenen Musikers, Sängers und Produzenten Edo Zanki bei Karlsruhe, der Songs unter anderem für Tina Turner und Ulla Meinecke geschrieben und Alben mit Herbert Grönemeyer und Jule Neigel produziert hat. Nadine Fingerhut sitzt also in den heiligen Hallen am Klavier. Doch ganz ohne ihre beiden Markenzeichen geht es nicht: „Auch Gitarre und Hut sind im Video zu sehen“, sagt die Musikerin mit einem Schmunzeln.

Im Song „Geschichte“, der Teil des bereits im November erschienen Albums „Lasst die Liebe lauter werden“ ist, beschäftigt sich Nadine Fingerhut mit dem Rechtsruck in der Gesellschaft. Sie habe den Song kurz nach dem rechtsextremen Anschlag im Februar 2020 in Hanau geschrieben, sagt die Vöhlerin: „Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was Menschen dazu bringt, so etwas zu tun.“ Inspiriert habe sie dabei „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten. „Es ist ein wichtiges Thema, mit dem sich alle auseinandersetzen sollten. Wir haben eine große Verantwortung, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.“

„Laut gegen Nazis“ unterstützt das Video von Nadine Fingerhut

Unterstützt wird das Video von der Initiative „Laut gegen Nazis“, die Nadine Fingerhut auch den Kontakt zum Foto- und Videojournalisten Andreas Scheffel vermittelte. Scheffel stellte für das Video Material aus seinen Dokumentationen über die rechte Szene zur Verfügung. In einer der nächsten Folgen des Podcasts von „Laut gegen Nazis“ wird Nadine Fingerhut zu Gast sein.

Unterdessen bleibt die Lage für die Künstlerin schwierig. Möglichkeiten, aufzutreten, gab es in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie kaum. „Wir haben immer noch eine verrückte Situation. Die Politik hat den Soloselbstständigen nicht wirklich geholfen“, sagt Fingerhut. Sie hofft jetzt auf den Sommer: „Ich gehe davon aus, dass es dann wieder Konzerte geben wird“, sagt sie.

Singer-Songwriterin Nadine Fingerhut plant Konzerte im Sommer

Geplant sind Livekonzerte im Vöhler Schlossgarten und auf dem Campingplatz Teichmann in Herzhausen. Die Vöhlerin spricht sich außerdem für eine kontrollierte Öffnung unter anderem von Kunst- und Kultureinrichtungen und Gastronomie aus. „Das ist sinnvoller, als das sich alles in Privaträume verlagert.“

Aber auch für den Lockdown hat Nadine Fingerhut eine kreative Lösung gefunden: Sie schreibt und produziert Auftrags-Songs. „Das ist eine ganz neue Erfahrung, total lehrreich und gut“, sagt die Musikerin. Ein Mann aus Oberhausen habe sich beispielsweise einen Song für den Erhalt des Sterkrader Waldes gewünscht, der für den Ausbau der A3 abgeholzt werden soll. Ein „Schwester-Superheldinnen-Lied“ für ein Geschwisterpaar und einen Song über „Stubbelchen, das Fühlmonster“ für ein Schulprojekt waren auch dabei. „Und im letzten Lied ging es um Mofas“, sagt Fingerhut

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