DLRG schlägt Alarm

Durch Corona noch mehr Nichtschwimmer in Waldeck-Frankenberg

Kinder beim Schwimmkurs im Hallenbad.
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Spaß am Schwimmenlernen: Die Kinder lernen spielerisch den sicheren Umgang mit dem Wasser kennen (Symbolbild). 

Wegen des Corona-Lockdowns sind die Schwimmbäder in Waldeck-Frankenberg derzeit geschlossen. Das heißt auch, dass Schwimmkurse und Schulschwimmen nicht stattfinden können. Sorgt die Pandemie also dafür, dass es in Zukunft noch mehr Nichtschwimmer gibt?

Waldeck-Frankenberg - „Die Schwimmkurse waren vor Corona schon überfüllt und es gab lange Wartelisten – also wird sich die Zahl der Nichtschwimmer durch den Lockdown drastisch erhöhen. Das wirkt sich sicher auch negativ auf die Zahl der Badeunfälle aus“, sagt Michael Dorl, Leiter Einsatz/Ausbildung beim DLRG-Kreisverband Waldeck-Frankenberg.

Ähnlich sieht es Achim Wiese, Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Es gebe bereits eine „Generation Nichtschwimmer“ sagt er: „Das ist eine dramatische Entwicklung.“ Nach einer DLRG-Studie aus dem Jahr 2017 seien bundesweit 59 Prozent der Mädchen und Jungen keine sicheren Schwimmer, wenn sie die Grundschule verließen, sagt Wiese.

Auch der Deutsche Schwimmverband (DSV) schlägt Alarm. Nach dem Teil-Lockdown müssten die Bäder den Vereinen mehr Zeit für Schwimmkurse einräumen, auch an den Wochenenden oder in den Ferien, fordert DSV-Vizepräsident Wolfgang Hein. Schon vor der Corona-Pandemie habe es für Seepferdchen- oder Bronze-Kurse vielerorts lange Wartelisten gegeben.

Wartezeiten bis zu einem Jahr

„Die Warteliste staut sich, die Wartezeit für einen Kursplatz beträgt bis zu einem Jahr“, bestätigt beispielsweise Schwimmmeister Dirk Dornseif für das Battenberger Bärenbad. Auch Manuel Emde vom Frankenberger Ederberglandbad erwartet erst im Januar wieder eine sich füllende Schwimmkursliste. Aktuell sei das Becken bis 10. Januar, dem bislang letzten Tag des Lockdowns, leer.

Dirk Osthöver, Leiter der Korbacher Grundschule „Marker Breite“ hofft, dass der Schwimmunterricht der Schulen nachgeholt werden kann. „In der Grundschule werden Grundlagen für die Schwimmfähigkeit und die Freude am Schwimmen gelegt. Das Entwicklungsalter der Kinder für das Erlernen des Schwimmens ist dann sehr passend. Es gibt aber hoffentlich auch noch eine coronafreie Zeit nach der Grundschule, in der die versäumten Schwimmstunden im Rahmen des Schulsports nachgeholt werden können und müssen, damit wir keine Generation Nichtschwimmer aus den Schulen entlassen.“

Weniger dramatisch schätzt Wolfgang Wilhelm die Lage ein. Der Geschäftsführer der Bäderbetriebsgesellschaft Korbach ist guter Dinge, dass spätestens im kommenden Sommer die Bäder wieder dauerhaft geöffnet sein werden. „Dann lernen die Kinder eben ein Jahr später schwimmen“, sagt er.

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