Mit Hund und Pferd

Ein Wanderritt ins Ungewisse: Jörg Lichtenfeld ist zu Fuß von Nordhessen nach Niederbayern unterwegs

Jörg Lichtenfeld mit seiner Stute Nora, ein Süddeutsches Kaltblut, gesattelt und mit Gepäck beladen.
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Wanderung mit Hund und Pferd: Jörg Lichtenfeld hat seine Stute Nora, ein Süddeutsches Kaltblut, gesattelt und mit Gepäck beladen, er selbst hat die Wanderschuhe geschnürt.

Mit Hund und Pferd: Jörg Lichtenfeld erfüllt sich seinen Traum und geht auf eine fünfwöchige Wanderung von Nordhessen in den Bayerischen Wald.

  • Jörg Lichtenfeld erfüllt sich einen Traum.
  • Er wandert mit Hund und Pferd zu Fuß nach Niederbayern.
  • Sein Startpunkt ist seine Heimat in Nordhessen.

Jörg Lichtenfeld erfüllt sich einen Traum: Er geht auf eine fünfwöchige Wanderung mit Pferd und Hund von Römershausen (Gemeinde Haina in Nordhessen) in den Bayerischen Wald. Die Idee dazu geistert dem 51-Jährigen schon seit Jahren im Kopf herum. Fast hätte Corona ihm noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch am Donnerstag, 09.07.2020, ist er zu seinem Abenteuer gestartet.

Alles hat damit angefangen, dass er 2011 – nach einer Bandscheiben-Operation im Krankenhaus – den Erlebnisbericht „Der Abenteuerreiter“ von Günter Wamser las. Der Autor schildert darin, wie er ursprünglich in drei, vier Jahren von Feuerland bis Alaska reiten wollte und dann 20 Jahre mit Pferden unterwegs war.

Mit Hund und Pferd: Lichtenfeld wird die meiste Zeit zu Fuß gehen

„Das hat mich fasziniert“, sagt Jörg Lichtenfeld, der zusammen mit Ehefrau Irene drei Pferde und einen Hund hat. Und seitdem überlegte er, wie er selbst einmal einen solchen Wanderritt verwirklichen könnte. Eigentlich wäre der 50. Geburtstag im vergangenen Jahr ein passender Anlass gewesen. Aber da war sein Pferd, eine Süddeutsche Kaltblutstute, Nora mit zweieinhalb Jahren noch zu jung, sein Wallach mit 28 schon zu alt. Deshalb wartete er noch ein Jahr.

„Nora ist zwar auch jetzt noch nicht ganz ausgewachsen, aber ich werde ja zu 90 Prozent zu Fuß gehen und sie muss nur das Gepäck tragen“, erläutert Jörg Lichtenfeld. Sein Arbeitgeber, das Stiftungsforsten Kloster Haina, gewährte dem Waldarbeiter ein halbes Sabbatjahr. Bis Mitte November macht er nun unbezahlten Urlaub.

Mit Hund und Pferd: Plan stand wegen Corona auf der Kippe

„Im April stand mein Plan wegen Corona auf der Kippe“, berichtet er. „Als aber absehbar war, dass die Gaststätten wieder schrittweise öffnen, entschied er: „Jetzt geht es endlich los!“

Quartiere hat er nicht gebucht. „Ich lasse mich überraschen, was mir unterwegs begegnet“, sagt er. Etwa 20 Kilometer will er pro Tag zurücklegen. „Nach jeder Stunde mache ich eine Pause, damit Nora (Pferd) am Feld- oder Wegrand etwas fressen kann. Mittags gibt es eine etwas längere Pause“, hat er sich vorgenommen.

Mit Hund und Pferd nach Bayern - Ehefrau versorgt ihn auf seiner Reise

„Am Nachmittag fange ich dann an, Ausschau nach einem Hof mit Pferden oder Pferdeanhänger zu halten“, schildert er weiter. Dort will er fragen, ob er sein Pferd unterstellen kann und auch Futter für das Tier bekommt. „Erst wenn Nora versorgt ist, schaue ich für mich nach einer Übernachtungsmöglichkeit in einer Gaststätte oder Pension um. Und wenn ich nichts finde, schlage ich mein Zelt auf.“

Einmal pro Woche will Ehefrau Irene ihren Mann unterwegs besuchen und ihn mit frischen Kleidern, Proviant und Futter für Hund Aky, einem Hovawart, versorgen. Sie freut sich ebenso wie die beiden Söhne Jeffrey (28) und Jan (22), dass ihr Mann nun dabei ist, seinen Traum zu verwirklichen.

550 Kilometer mit Hund und Pferd

Etwa 550 Kilometer sind es bis zu dem Ziel: Regen-Rohrbach im Bayerischen Wald. Lichtenfeld will dort den Züchter besuchen, bei dem er vor zwei Jahren das Pferd Nora erworben hat. Das hatte er ihm schon damals angekündigt. „Joa, does kannst moache!“, hatte der geantwortet.

Zusammen mit Ehefrau Irene sowie Schwester Ilka Caspar und deren Mann aus Altenlotheim hat der Römershäuser schon mehrtägige Wanderritte unternommen. Doch immer nur für ein paar Tage in der nahen Umgebung und mit gebuchten Quartieren.

Unterwegs mit Hund und Pferd - Strecke grob vorgeplant

Zur Vorbereitung auf die Tour hat der 51-Jährige sich und Nora trainierte, hat Ausritte und einen Fußmarsch von Altenlotheim nach Römershausen unternommen. Am Donnerstagmorgen sattelte er nun tatsächlich sein Pferd. Nur das Nötigste hat er dabei – zwei Fahrradtaschen, Regenschutz, Decke, Zelt und Futter für den Hund. Die Strecke hat er grob vorgeplant. Eine App für Mountain-Biker soll ihm den Weg fernab von Bundesstraßen weisen.

Zum Abschied schauten Freunde vorbei, darunter auch Nachbar und Ortsvorsteher Tino Prang, der ein Gedicht über einen Wanderritt vortrug. Dann schwang sich Jörg Lichtenfeld aufs Pferd, nahm seinen Hund und los ging es. Erstes Etappenziel sollte der Raum Gilserberg sein. Wo genau, das hat er nicht geplant – denn er will ja den Reiz des Ungewissen erleben. (Martina Biedenbach)

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