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Speiseöl auch in Waldeck-Frankenberger Großküchen knapp

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Von: Julia Janzen

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Auch für Pommes wird das Speiseöl knapp und teuer. (Symbolbild) © Christoph Soeder/DPA

Lebensmittel wie Mehl und Sonnenblumenöl sind seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs nicht nur für Endverbraucher deutlich teurer geworden und schwerer zu bekommen. Auch Gastronomie und Großküchen sind in Waldeck-Frankenberg betroffen.

Waldeck-Frankenberg – Und das Problem wird sich ausweiten, sagt Christian Gerlach, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands. Zum ersten Mal habe er es erlebt, dass Händler Öl rationieren, sagt Gerlach, der ein Hotel-Restaurant in Nieder-Werbe betreibt. Zehn Liter habe er dort bestellt und zwei bekommen. Im Großhandel werde genau kontrolliert, wer wofür einkaufe. Es gehe ins Geld, Pommes frites zu machen, sagt Gerlach. Manche Mitglieder des Dehoga würden bereits darüber nachdenken, sie vom Speiseplan zu streichen. „Noch schrillen keine Alarmglocken, aber wir stehen kurz davor“, sagt er.

„Bezüglich der Lebensmittelknappheit und der deutlich höheren Preise sitzen wir im gleichen Boot wie alle anderen“, sagt Oliver Buinus, Verpflegungsmanager der Wicker-Kliniken. Zu der Gruppe mit Hauptsitz in Bad Wildungen gehören neun Reha-Kliniken und drei Akutkrankenhäuser in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die Klinik-Gruppe erfahre dieselbe Lebensmittelknappheit und Teuerungen wie der Endverbraucher, so seien beispielsweise pflanzliche und tierische Fette und Öle „knapp am Markt und deutlich teurer.“ Man habe aber die Marktentwicklung im Blick und hätte in „Teilbereichen“ gut vorsorgen können. Es gebe zudem die Möglichkeit, „Speisepläne flexibel anzupassen, auch wenn es zurzeit an der ein oder anderen Stelle zu Engpässen kommt“, sagt Anna Marit Gary, Kommunikationsreferentin der Wicker-Gruppe.

„Wir haben unbewusst auf Vorrat Öl gekauft“, sagt Herbert Thill, Leiter der Bathildisheim-Küche Cook and Chill, in der täglich rund 1100 Essen zubereitet werden. Eine Verteuerung habe sich bereits abgezeichnet. Fällig werde bei Lebensmittel-Lieferungen mittlerweile immer auch eine Diesel-Pauschale, sagt er. Die Knappheit bei einigen Lebensmitteln habe aber nur bedingt Auswirkungen, sagt Thill. „Es gibt teilweise zwar Engpässe bei Reis und Hülsenfrüchten. Aber wir ändern einfach die Beilagen ab und an.“

Die Betreiber der Kantinen von Viessmann in Allendorf/Eder und von Continental in Korbach reagierten trotz mehrfacher Nachfragen nicht auf unsere Presseanfrage.

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