Ordens-Prior Norbert Thüx segnet heute das neue Altargemälde in Frankenberg

Altargemälde in Frankenberg - offener Himmel vor Augen

+
Künstler Pietryga: Mit Lappen brachte er in den vergangenen Wochen das Farbpulver auf die eierschalenglatte Altarwand auf.

Frankenberg. Das Blau des Himmels scheint sich in unendlicher Weite zu öffnen, rechts vom Altar schwebt eine in den Konturen nur zart angedeutete Mutter Gottes empor, doch ihr Blick ist auf das Kreuz im Kirchenraum gerichtet.

Dieses Altarbild des international renommierten Künstlers Stefan Pietryga (Potsdam) ziert seit wenigen Wochen die katholische Kirche Maria Himmelfahrt in Frankenberg. Der Prior der deutschen Brüderprovinz des Deutschen Ordens, Pater Norbert Thüx (München), wird am heutigen Sonntag, 21. März, um 15 Uhr bei einem Festgottesdienst das neue Altargemälde segnen. Seit dem Bau der katholischen Pfarrkirche in Frankenberg im Jahr 1956 waren die farbigen Glasfenster rechts und links vom Altar der einzige Schmuck des Bauwerks, die große Chorwand blieb weiß und kahl. Die Pfarrgemeinde und ein im Oktober 2009 ins Leben gerufener Kirchbauverein unter Vorsitz von Claus Thonet entwickelten deshalb Pläne für eine künstlerische Ausgestaltung des Altarraums durch ein großformatiges Mutter-Gottes-Bild.

Von vier Künstlern, die sich bewarben, erhielt das Bildkonzept von Stefan Pietryga den Zuschlag. Schon 2000 hatte er in Paderborn den 1. Preis „Malerische Konzeption für den Kirchenraum des 21. Jahrhundert“ erhalten und verfügt über große Erfahrung mit sakralen Räumen. Er wird sein Kunstwerk auch vor der Gemeinde erläutern.

Gastprofessor in Salzburg

Stefan Pietryga, Jahrgang 1954, ist, ähnlich wie der ehemalige Edertalschüler und Kunstprofessor Ansgar Nierhoff (Köln), an der Düsseldorfer Kunstakademie von dem Metallbildhauer Prof. Ernst Hermanns geprägt worden. Das verbindet beide Künstler, die einige gemeinsame Projekte verwirklichten. Pietryga hatte großen Erfolg als Holzbildhauer, studierte Philosophie und versah Lehraufträge als Gastprofessor in Gießen und Salzburg.

Für sein Frankenberger Kunstwerk hat er sich intensiv mit der Marienthematik in der Kunstgeschichte auseinander gesetzt, wie er gegenüber der HNA erläuterte. Er studierte Volksglauben und frühe Mariendarstellungen, besonders den Schritt von der Renaissance zur Gegenreformation, in der Maria stark personalisiert wurde. Das von ihm gewählte Ultramarinblau erinnert an Bilder von Yves Klein.

Nachdem die Kosten des Altarbildes auf 25000 Euro vorveranschlagt worden waren, haben Gemeinde und Kirchbauverein mit vielfältigen Aktionen um Spenden geworben. Der MGV Birkenbringhausen, Meisterchor im Deutschen Sängerbund, veranstaltete ein Benefizkonzert gemeinsam mit dem Chor der katholischen Kirchengemeinde. Als Bausteine wurden Teile eines großen Altarbild-Puzzles verkauft, Erlöse bei Flohmarkt und Stadtfest kamen dem Projekt zugute. Auch darüber wird beim Festgottesdienst berichtet werden.

Von Karl-Hermann Völker

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.