27 Mal ohne Führerschein gefahren: Vaterpflicht bewahrt 44-Jährigen vor Haft

Frankenberg. Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung ist ein 44-Jähriger Mann aus Waldeck-Frankenberg verurteilt worden. Der Angeklagte stand wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in 27 Fällen sowie wegen Betrugs in zwei Fällen vor Gericht, ist bereits mehrfach vorbestraft und saß auch schon einmal in Haft.

„Wenn das schief geht, bin ich die erste, die dafür sorgt, dass Sie wieder ins Gefängnis gehen“, sagte Richterin Andrea Hülshorst nach der Urteilsverkündung.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 44-Jährige in der Zeit vom 8. Juli 2013 bis zum 21. Januar 2014 mehrfach ein Fahrzeug geführt hatte, ohne in Besitz einer Fahrerlaubnis gewesen zu sein. Ihm wurde aufgrund eines anderen Verfahrens eine Sperrfrist für den Zurückerwerb des Führerscheins bis zum 2. September 2013 auferlegt.

Die Wiedererteilung war nicht erfolgt, doch der 44-Jährige habe sich trotzdem hinter das Steuer eines neuerworbenen Autos gesetzt, vor allem, um zu seiner neuen Arbeitsstelle zu gelangen.

In einer Firma aus dem Frankenberger Land soll der Mann zudem als Lkw-Fahrer angestellt gewesen sein, ohne einen Führerschein zu besitzen. Aufgefallen war diese Lüge durch eine Verkehrskontrolle im August 2013.

Verhandelt wurde außerdem der Vorwurf des Betrugs in zwei Fällen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Angeklagte, indem er Arbeitslosengeld von der Agentur für Arbeit bezog, einen Vermögensvorteil verschaffte - und das, obwohl er einer Arbeit nachging.

Der 44-Jährige lebt inzwischen mit einer neuen Lebensgefährtin und seiner achtjährigen Tochter in Nordrhein-Westfalen. Dort hat er auch einen Job gefunden. „Das ist ein Neuanfang“, sagte er. Für seine Tochter hat der Angeklagte das alleinige Sorgerecht, da seine Noch-Ehefrau in Haft ist.

„Sie sind aus der JVA gekommen und haben sofort angefangen, Straftaten zu begehen. Eigentlich müsste ich eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung beantragen“, sagte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Doch damit werde die Tochter bestraft und nicht er selber. Dieser Meinung war auch Richterin Andrea Hülshorst. Sie verurteilte den Angeklagten zu einer einjährigen Freiheitsstrafe, die zu vier Jahren auf Bewährung ausgesetzt wird. (lw)

Was der Angeklagte zu seinen Taten sagt, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.