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Aus Willingen und Diemelsee: Ortsnamen auf Plattdeutsch

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Von: Wilhelm Figge

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Ob Willjen oder Odrupp: Plattdeutsche Varianten von Ortsnamen wie Willingen und Adorf hat Paul Hufnagel gesammelt.
Ob Willjen oder Odrupp: Plattdeutsche Varianten von Ortsnamen wie Willingen und Adorf hat Paul Hufnagel gesammelt. © PR

In einer Zeit, in der zu hören und zu lesen ist, dass das Internet nichts vergisst, mutet es Paul Hufnagel beinahe unwirklich an, dass Wissen verlorengehen oder eine ganze Sprache aussterben kann. Das Sauerland sei davon ganz unmittelbar betroffen, sagt der Cobbenroder: „Das Sauerländer Platt ist ein gefährdetes Kulturgut, weil es immer weniger Menschen gibt, die es sprechen, pflegen und weitergeben können.“

Willingen/Diemelsee – Mit seinem Buch „Es gab einmal einen Ort, der hieß ...“ will er einen kleinen Beitrag zu seiner Bewahrung leisten und hat 1500 Ortsnamen in plattdeutscher Sprache gesammelt, auch aus Willingen und Diemelsee.

Solche Namen befänden sich jenseits der allgemeinen Wahrnehmung und seien auf keinem Ortsschild zu lesen. Auch in Büchern über das Plattdeutsche kamen sie nur selten vor, was Paul Hufnagel alarmierte: „Irgendwann deckt vielleicht die Zeit ihren Mantel darüber. Ich stellte mir selbst die Frage: Wenn nicht jetzt, wann dann?“, schreibt er.

Fünf Jahre hatte er für seine Sammlung gebraucht. Die Menschen, die ihm die plattdeutschen Ortsnamen zugetragen haben, waren größtenteils älter als 80 Jahre. Etwa über Gemeindeverwaltungen und Bürgermeister, Ortsheimatpfleger und Pfarrer stellte er Kontakt her, führte viele Telefonate und Briefwechsel. Dabei stellte sich auch heraus, dass manche Namen von Ort zu Ort oder auch „von Miste zu Miste“ anders ausgesprochen werden, sodass einige Mehrfachnennungen im Buch enthalten sind. Dass die Schreibweise in Lautschrift erfolgt, mache es nicht einfacher – einen Anspruch auf allein gültige Schreibweisen könne er nicht erheben und freut sich über mehr Beiträge an E-Mail paulhufnagelco@aol.com.

160 historische Fotografien aus Sauerländer Orten vervollständigen das Buch. „Für alle, die die kulturelle und auch sprachliche Historie der sauerländischen Heimat fasziniert, wird das Buch interessante Informationen geben“, hofft Hufnagel. Während er keine großen Überlebenschancen für das Plattdeutsche sieht, hofft er, viele Menschen neugierig zu machen. Das Buch ist 224 Seiten stark, in einem Hardcover-Umschlag gebunden und erhältlich im regionalen Buchhandel oder über die Homepage des Verlages, www.woll-onlineshop.de.  red/wf

Paul Hufnagel: „Es gab einmal einen Ort, der hieß … 1.500 sauerländische Ortsnamen in plattdeutscher Sprache“ WOLL-Verlag ISBN: 978-3-943681-90-1, 14,90 Euro.

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