Pachten steigen: Bauern müssen für Grün- und Ackerland immer mehr zahlen

Sind in den vergangenen Monaten teurer geworden: Für Ackerflächen müssen Landwirte teilweise tief in die Taschen greifen. Foto: dpa

Waldeck-Frankenberg. Pachten für Grün- und Ackerland sind in Waldeck-Frankenberg in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen.

Gründe dafür gibt es viele, wie die HNA auf Nachfrage bei Matthias Eckel, dem Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg, erfuhr. Landwirtschaftliche Flächen werden immer häufiger auch als Renditeobjekte gesehen.

„Wegen der niedrigen Zinsen ist es interessant, Grün- und Ackerland zu erwerben, um es danach zu verpachten“, sagt Eckel. Er betont aber auch, dass die Pachtpreise im Kreis nicht extrem in die Höhe geschossen seien.

Die Aussage des Grünen-Europaabgeordneten Martin Häusling (Bad Zwesten), der von teilweise 1000 Euro Pacht pro Hektar Ackerland im Schwalm-Eder-Kreis spricht, teilt er mit Blick auf Waldeck-Frankenberg nicht. Auch dem Hinweis der SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Daniela Sommer, die gegenüber der HNA sagte, dass in Einzelfällen im Kreis bis zu 600 Euro pro Hektar an Pacht im Jahr bezahlt werden, widerspricht er.

„Solche Beträge sind mir nicht bekannt. Für Spitzenflächen werden bei Neuverpachtungen schon mal 300 Euro pro Hektar gezahlt.“ Grünlandflächen in Hanglage, die weit weg vom Betrieb liegen, kosteten weniger als die Hälfte.

Auch im Nordkreis sind die Pachtpreise gestiegen. „Wachsende Betriebe konkurrieren immer um Flächen. Auch durch Verlust von Flächen an Siedlung, Bebauung, Naturschutz und Wald wird der Flächendruck größer“, sagt Stephanie Wetekam vom Kreisbauernverband Waldeck.

Steigende Pachtpreise sind laut Eckel auch darauf zurückzuführen, dass landwirtschaftliche Flächen rar geworden sind. „Betriebe wollen weiter wachsen, um auch künftig existieren zu können.“ Zudem werden für die Erzeugung von Rohstoffen beispielsweise für Biogasanlagen Flächen benötigt, die dann in der Landwirtschaft fehlen.

Von Philipp Daum

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