Trendsport in der Region

Parkour beim TSV Dörnberg - 30 Kinder und Jugendliche trainieren begeistert

Eigentlich ist Parkour eher in Städten angesagt. Besonders cool sind die Moves auf Mauern oder Hausdächern.
+
Eigentlich ist Parkour eher in Städten angesagt. Besonders cool sind die Moves auf Mauern oder Hausdächern.

Vor allem viele Kinder und Jugendliche finden Parkour cool. Der Trendsport macht Lust auf Bewegung und kommt auch bei den Aktiven des TSV Dörnberg 1894 gut an.

Über Bänke oder Zäune springen, an Geländern gleiten, Mauern überwinden – beim Trendsport Parkour gilt es, alle erdenklichen Hindernisse auf sportlich elegante, möglichst effiziente Art zu überwinden. Der Läufer (Traceur) schult dabei seine Fähigkeit zur Bewegung, lernt Kontrolle und Koordination. Also ein perfektes Training für Kinder und Jugendliche.

Nadine Krekel kam vor fünf Jahren auf die Idee, eine Parkoursparte zu gründen, im Mai 2016 ging es los. „Wir waren und sind froh, diese Trendsportart anbieten zu können. Besonders die Jungs finden sie toll und waren gleich begeistert dabei“, erzählt die Initiatorin, die damit auch den Anteil der männlichen Vereinsmitglieder erhöhen wollte und betont: „Eine gute Alternative für Kinder, die kein Interesse am Fußball und auch keinen Bock auf eher altmodisches Geräteturnen haben.“

Training beim TSV Dörnberg. Spektakuläre Moves gehören dazu – an den Parcour-Stationen ist jede Menge Action angesagt.

Das Parkour-Angebot kommt prima an, so zählt die TSV-Sparte momentan schon über 30 aktive Mitglieder im Alter von 8 bis 35 Jahren. Und nach der Coronapause läuft das Vereinsleben wieder wie gewohnt – das Training unter Leitung von Justin Krekel, dem Sohn von Nadine Krekel wird gut angenommen. Die Kinder trainieren mittwochs in der Mehrzweckhalle in Dörnberg. Die Aktiven von 8 bis 11 Jahren üben von 17 bis 18.30 Uhr, und die Kids ab 12 Jahren von 18.30 bis 20 Uhr.

Justin Krekel (20) ist Trainer der Parkour-Gruppe beim TSV Dörnberg und Jugendwart im Verein. Er betreibt seit dem achten Lebensjahr Parkour und hat früher vier Mal in der Woche trainiert.

Nach den Herbstferien wird Justin nur noch die Älteren trainieren, während zwei Nachwuchstrainer aus dieser Gruppe das Training für die Jüngeren übernehmen werden.

Die Parkour-Gruppe nimmt an keinen Wettkämpfen teil, und für dieses Jahr sind coronabedingt auch keine Feiern geplant, wo die Parkourgruppe normalerweise ihr Können zeigt.

Doch was ist das Besondere an diesem Hobby? Und was fasziniert und begeistert die Kinder und Jugendlichen daran besonders?

„Vor allem die Grenzenlosigkeit, von offiziellen Wegen abzuweichen. Bei Parkour geht es darum, sich in Perfektion, effizient, schnell, flüssig und ohne jegliche Hilfsmittel fortzubewegen. Man überwindet Mauern, balanciert auf Geländern, klettert, springt oder hangelt von Ast zu Ast. Super: Die Möglichkeiten der Fortbewegung sind nahezu grenzenlos“, erklärt Trainer Justin Krekel.

Und seine Mutter ergänzt: „Die Familien sind begeistert dabei und unterstützen ihre jungen Parkour-Sportler. Auch wir als Eltern haben unseren Sohn beispielsweise überall hin zum Training gefahren. Wir Erwachsenen hätten so einen Sport auch gern in unserer Kindheit gemacht.“

Neue sind willkommen

Also, wer Lust hat, mal reinzuschnuppern ist in der Parkour-Gruppe des TSV Dörnberg herzlich willkommen. „Wir suchen immer Verstärkung und freuen uns immer über neue Interessierte“, betont Nadine Krekel und erklärt: „Bei uns darf jeder im Alter ab 8 Jahren mitmachen. Einzige Voraussetzung: Sie sollten Spaß am Sport und an Bewegung haben.“

Die Parkour-Gruppe des TSV in Aktion.

Die Kosten für das Hobby Parkour halten sich in Grenzen. Die Aktiven brauchen nur Sportkleidung und -Schuhe. Und die Mitgliedschaft kostet für Kinder 27 Euro und für Jugendliche ab 16 Jahren 34 Euro im Jahr. „Parkour ist einfach toll“, sagen Nadine und Justin Krekel und werben für ihren Sport: „Das Schöne an diesem Hobby ist, dass man es draußen überall ausüben kann, denn überall gibt es Hindernisse, über die man springen kann. So hat man eine große persönliche Freiheit, denn jedem bleibt es selbst überlassen, wie viel Zeit er zusätzlich zum Hallentraining investieren möchte.“

Übrigens: Ausreichende Bewegung beugt Bluthochdruck und Diabetes vor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene (18 - 64 Jahre) mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität mittlerer Intensität oder 75 Minuten intensiven Sport. Und Kinder sollten sich drei mal pro Woche bewegen, um Muskeln und Knochen zu stärken.

Hintergrund: Die Bewegungsform Parkour geht auf die „Methode naturelle“ zurück. Diese Trainingsmethode, die Anfang des 20. Jahrhunderts vom Franzosen Georges Hébert entwickelt wurde, sollte den Menschen körperlich, geistig und moralisch befähigen, auch in unwegsamen Terrain sicher und vor allem zügig voran zu kommen.

Hérbert Idee: Körperliche Stärke und Beweglichkeit sollte zwangsläufig zu einer Erhöhung von Tapferkeit, Selbstlosigkeit und Disziplin führen. In seinem Trainingskonzept war eine Kombination aus einem intensiven Training in naturbelassenem Terrain und ausdauerndem Laufen vorgesehen. Damit sich seine Schützlinge dabei voll und ganz auf das Training konzentrieren konnten, verzichtete er auf einen gegenseitigen Wettbewerb bzw. Konkurrenzkampf. Weitere Infos: www.powermove.de.      

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.