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Parlament Burgwald kritisiert Verzögerung bei Planung für B-252-Umfahrung

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Von: Martina Biedenbach

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Änderungen im Bereich Bahntrasse zwischen Ernsthausen und Wiesenfeld sorgen für Verzögerungen bei der Planung der B-252-Umgehung. Im April hat die Bürgerliste Ernsthausen den Verlauf der geplanten Straßenführung gekennzeichnet. Hier die Gemeindevertreter Armin Schneider (links) und Jan Heiner in der Nähe des geplanten Damms zur Überquerung der Bahn. Archi
Änderungen im Bereich Bahntrasse zwischen Ernsthausen und Wiesenfeld sorgen für Verzögerungen bei der Planung der B-252-Umgehung. Im April hat die Bürgerliste Ernsthausen den Verlauf der geplanten Straßenführung gekennzeichnet. Hier die Gemeindevertreter Armin Schneider (links) und Jan Heiner in der Nähe des geplanten Damms zur Überquerung der Bahn. © Martina Biedenbach

Wahrscheinlich wird Hessen-Mobil das Planfeststellungsverfahren für die B-252-Umgehung in der Gemeinde Burgwald frühestens in der zweiten Hälfte 2023 beantragen können.

Burgwald – „Wir müssen unseren Unmut lautstark zum Ausdruck bringen, das können wir nicht einfach hinnehmen.“ So reagierte Gemeindevertreter Philipp Mengel (Wählergemeinschaft Bottendorf, WGBo) in der Sitzung des Burgwalder Parlaments am Dienstagabend auf die Mitteilung von Hessen-Mobil, dass sich die Planung für die B-252-Umgehung Burgwald/Ernsthausen um mehr als ein Jahr verzögern werde.

Das sahen auch andere Fraktionen so und stimmten dem Vorschlag von Michael Wickenhöfer (Freie Wählergemeinschaft Birkenbringhausen) zu, gemeinsam einen Text für eine Resolution zu entwerfen, die in der nächsten Parlamentssitzung im September verabschiedet werden soll.

Hessen-Mobil hatte der Gemeinde vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass davon auszugehen sei, „dass die Beantragung des Planfeststellungsverfahrens für die Ortsumgehung Burgwald/Ernsthausen frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2023 möglich ist“.

Bei der Vorstellung der aktuellen Trasse im Dezember 2021 gingen die Verantwortlichen noch davon aus, dass das Verfahren in diesem Frühjahr hätte beantragt werden können (wir berichteten). Als Grund für die erneute Verzögerung nennt Hessen-Mobil Personalengpässe und Auslastung des Fachbüros, das den landschaftspflegerischen Begleitplan aktualisiert (Artikel unten).

Die Befürchtungen von Gemeindevertretern, die Werner Mengel (WGBo) und Herbert Engel (Bürger für Umgehung) zum Ausdruck brachten: Die Planer konzentrierten sich auf die Arbeiten für die B-252-Umgehung bei Berndorf weiter im Norden und die in Burgwald würden nach hinten rücken. „Wir müssen Druck machen“, so der Tenor in der Parlamentsdiskussion. Dies solle mit der Resolution geschehen.

Dass der Bau der B-252- Umgehung dränge, brachte auch Bürgermeister Lothar Koch zum Ausdruck. Denn wenn in wenigen Jahren die derzeit in Bau befindlichen B-252-Umgehungen im Bereich Marburg-Biedenkopf und Dorfitter fertiggestellt sein werden, sei noch mehr Durchgangsverkehr und Belastung für die B-252-Anwohner in Bottendorf und Ernsthausen, aber auch auf der Alternativstrecke K 117, zu erwarten.

Wie berichtet, soll die Umgehung in der Gemeinde Burgwald westlich an Ernsthausen und östlich an Wiesenfeld, Burgwald und der Burgwaldkaserne vorbeiführen und bei Frankenberg auf die B 253 münden. Der derzeitige B-252-Abschnitt zwischen Ernsthausen und Bottendorf soll dann zurückgebaut werden. Bottendorf soll über den derzeitigen Gemeindeverbindungsweg in Richtung Burgwaldkaserne an die B 252 neu angeschlossen werden. Foto: privat

Hessen-Mobil: Verzögerung wegen hoher Belastung des Fachbüros

Die Verzögerung bei der Beantragung des Planfeststellungsverfahrens für die B-252-Umgehung in der Gemeinde Burgwald begründet Hessen-Mobil so: Für das Projekt ist die erneute Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums nötig. Es hatte zwar schon im Juli 2013 mit dem so genannten Gesehenvermerk sein Okay gegeben.

„Seit dieser Zeit hat sich zum einen die Planung in einigen Punkten wesentlich verändert: zum Beispiel die Querung der Bahnlinie bei Ernsthausen sowie die Art und Lage der Straßenentwässerung und Regenrückhaltung“, schildert Marco Lingemann, Pressesprecher von Hessen-Mobil. Zudem weist er auch auf die enorme Kostensteigerung hin – zuletzt war von einer Verdoppelung auf 65 Millionen Euro die Rede. Deshalb müssten die aktuellen Unterlagen zum erneuten Gesehenvermerk beim Bundesverkehrsministerium eingereicht werden.

Aufgrund der erfolgten Änderungen an der Trassenführung – zum Beispiel soll die Bahnlinie jetzt über- statt wie bisher geplant unterquert werden – muss der landschaftspflegerische Begleitplan angepasst werden. Es sind dafür zusätzliche Untersuchungen und Prüfungen nötig. Damit wurde ein Fachbüro beauftragt.

Dieses Büro habe Hessen-Mobil nun mitgeteilt, dass sich wegen aktuell großer Auslastung und Personalnot die Fertigstellung der Unterlagen weiter verzögere. Aber erst wenn der fertige Begleitplan beim Bundesverkehrsministerium eingereicht ist, könne dieses den Gesehenvermerk erteilen, so Hessen-Mobil.

Jetzt ein anderes Fachbüro zu beauftragen, würde aufgrund des benötigten Vergabezeitraums, der Auslastung und begrenzten Anzahl von Fachbüros laut Pressesprecher Lingemann zu keiner Zeitersparnis führen. (Martina Biedenbach)

https://www.hna.de/lokales/frankenberg/burgwald-ort111110/hessen-mobil-stellt-entwurfsplanung-fuer-252-umgehung-in-gemeinde-burgwald-vor-91157657.html

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