Deutsch-französische Freundschaft

Partnerschaftsvereine freuen sich über Macron-Sieg

Feiern nach dem Sieg: Am Museum Louvre in Paris feierten Macron-Anhänger. Foto:  dpa

Waldeck-Frankenberg. Erleichterung über die Wahl des Europa-Befürworters Emmanuel Macron zum französischen Präsidenten herrscht bei den Partnerschaftsvereinigungen im Landkreis.

Dich Stichwahl der französischen Präsidentschaftskandidaten Marine Le Pen und Emmanuel Macron am Sonntag wurde auch in Waldeck-Frankenberg mit Spannung verfolgt. Mehrere Städte und Gemeinden pflegen Partnerschaften zu Kommunen in Frankreich.

„Wir sind alle sehr erleichtert über den Ausgang der Präsidentschaftswahl“, sagt Dagmar Schneider, Vorsitzende der Partnerschaftsvereinigung Battenberg, die seit 38 Jahren freundschaftliche Kontakte zur Stadt Senonches (zwischen Paris und Le Mans) unterhält. Sie habe noch keine Gelegenheit gehabt, mit ihrem französischen Amtskollegen Jean-Claude Fargas zu telefonieren, habe jedoch bereits mit einer guten Freundin in Senonches gesprochen.

Stimmung gegen deutsch-französische Freundschaft

Politik spiele in der Städtepartnerschaft zwischen Battenberg und Senonches „eigentlich keine Rolle“, sagte Schneider. Sie sei jedoch wie viele ihrer Freunde „sehr besorgt“ gewesen, weil der Front National mit Marine Le Pen unter anderem Stimmung gegen die deutsch-französische Freundschaft gemacht habe. Ihre Erleichterung beziehe sich darauf, dass der künftige Präsident auf weiterhin gute Beziehungen zur Bundesrepublik setze.

Die Gemeinde Vöhl pflegt seit Jahrzehnten eine Freundschaft zur kleinen französischen Gemeinde Mouchard im Osten des Landes. „Ich werde Bürgermeister Michel Rochet noch heute gratulieren“, sagte am Montag Harald Plünnecke, Vorsitzender der Partnerschaftsvereinigung. Bisher hatte er noch keinen Kontakt. Mouchard sei konservativ, so Plünnecke, Anhänger von Le Pen gebe es nur vereinzelt. Im Vorfeld der Wahl sei die Politik kein Thema gewesen in Gesprächen mit Vereinsmitgliedern aus Mouchard.

Politik spielt keine Rolle: Es geht um persönliche Begegnungen

Dass Emmanuel Macron nach seinem Wahlsieg vor seiner Rede die Europahymne spielen ließ und die französische Nationalhymne erst am Ende, ist für Erhard Wagner, den Vorsitzenden der Partnerschaftsvereinigung Frankenberg, ein wichtiges Zeichen. „Die Europahymne ist unsere Hymne.“ Es gelte, den europäischen Gedanken gegen populistische Europakritiker zu verteidigen. Wagner ist sicher: „Egal wie die Präsidentenwahl in Frankreich ausgegangen wäre, an den Beziehungen von Mensch zu Mensch hätte das Ergebnis nichts geändert.“

Die Städtepartnerschaft Frankenbergs mit Brou bestehe seit 50 Jahren. „Politik spielt bei den Begegnungen in der Regel keine Rolle“, sagt Wagner. Wichtig seien die Begegnungen der Menschen. Ende Mai werde wieder eine 45-köpfige Gruppe von Frankenberg nach Brou reisen. „Darunter sind auch etliche jüngere Leute, sodass ich zuversichtlich bin, dass die Partnerschaft weiter geht“.

Auch bei den französischen Freunden von Anita Thursar aus Gemünden war die Wahl ein Thema. Sie ist die Vorsitzende der Partnerschaftsvereinigung. „Besser Macron als Le Pen, war da der Tenor“, sagt sie. Viele ihrer Freunde sähen in Macron schlicht das kleinere Übel. Seit 44 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Gemünden und Illiers-Combray. Am Anfang habe das Thema Aussöhnung im Mittelpunkt gestanden, inzwischen sei das anders: „Wir brauchen nach wie vor eine Partnerschaft. Jetzt geht es aber darum, den Dialog lebendig zu halten, den europäischen Weg weiterzugehen und Extremismus zu verhindern“. (off/ren/mab/mia)

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