Pfarrer aus Südafrika: „Luther kämpfte für Gleichheit“

+
Er hält Luther hoch: Pfarrer Kgang Mooketsi aus dem Partnerkirchenkreis Borwa I bei seinem Besuch in Frankenberg. 

Frankenberg/Borwa. Das Jubiläum 500 Jahre Reformation wird weltweit gefeiert – auch im südafrikanischen Kirchenkreis Borwa I.

Dort stellen die evangelischen Christen in Zusammenhang mit Luther und dem Jubiläum besonders die Aspekte Redefreiheit und Recht zur Selbstbestimmung in den Mittelpunkt, sagt Pfarrer Kgang Mooketsi. Er besuchte kürzlich mit einer Delegation den Partnerkirchenkreis Eder.

Herr Mooketsi: Wie feiert Ihre Kirchengemeinde in Südafrika das Lutherjahr?

Kgang Mooketsi:Solche Feiern gehören in der lutherischen Kirche im südlichen Afrika quasi zur Erziehung. Sie erinnern daran, wie und warum die lutherische Kirche aus der katholischen Kirche entstanden ist. Die Gemeinden überdenken Luthers Ziele und Absichten zur Reformation. Dabei nehmen sie insbesondere die Aspekte Erneuerung der Kirche, Versöhnung und Entwicklung in den Blick. In diesem Jahr haben wir weiterhin versucht, das Recht auf freie Meinungsäußerung bewusst zu machen.

Wie bekannt ist Martin Luther bei Ihnen?

Mooketsi: Martin Luther ist bekannt bei der kleinen Gruppe der Lutheraner sowie bei einigen Politikern, die sich für das Recht auf Freiheit einsetzen. Befreiungsbewegungen streben immer die Freiheit und Selbstbestimmung des einfachen Arbeiters sowie die Redefreiheit an. Der Name „Luther“ wird verbunden mit dem Mut, sich dem Papst zu widersetzen und somit seine Macht, die absolut war, herauszufordern. Zum anderen wird Luther mit Freiheitskämpfern wie Steven Bantu Biko, Nelson Mandela oder Kwame Nkuruma assoziiert.

Was können wir Ihrer Meinung nach von Luther lernen?

Mooketsi:Man muss seinem Traum folgen und auch bereit sein, für ihn zu sterben. Das trifft zum Beispiel auch auf Steven Biko zu. Der Gründer der „Bewegung des schwarzen Selbstbewusstseins“ hatte den Traum, dass alle Menschen in Freiheit leben können. Diese Freiheit bezieht sich auf alle Aspekte des Lebens: kulturell, politisch und sozial. Bei Luther kommt die religiöse Freiheit dazu. Luther kämpfte für die Gleichheit aller Menschen vor Gott und eine gleichmäßige Verteilung der Ressourcen. Letztendlich lehrte er die Achtung der Menschenrechte.

Was ist Ihr Lieblings-Lutherzitat?

Mooketsi: „Du bist ein grober Esel, und ein Esel wirst du bleiben.“ Ein Zitat gegen das Papsttum, das für ihn eine Institution des Teufels war. (mab)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.