Arolsen Archives

Geänderte Vorgaben für Platz im neuen Arolsen Archivgebäude: Planung beginnt von vorne

Ein Neubau soll ergänzend zu dem aus den 50-er Jahren stammenden Hauptgebäude der Arolsen Archives an der Jahnstraße errichtet werden. Die Planungen verzögerten sich.
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Ein Neubau soll ergänzend zu dem aus den 50-er Jahren stammenden Hauptgebäude der Arolsen Archives an der Jahnstraße errichtet werden. Die Planungen verzögerten sich.

Bis zu einem ersten Spatenstich für ein neues Archiv-, Forschungs- und Besucherzentrum neben den Arolser Archives wird es nun noch länger dauern. Die Planung muss wegen des inzwischen festgestellten höheren Raumbedarfs neu erstellt werden.

Bad Arolsen – „Um den Arolsen Archives auch perspektivisch einen zukunftsfähigen Neubau zur Verfügung stellen zu können und damit den Standort Bad Arolsen zu stärken, wurde eine Überarbeitung der Planung erforderlich“, sagte dazu Thorsten Grützner vom Stabsbereich Presse und Kommunikation der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) in Bonn auf neuerliche Anfrage der WLZ.

Wie hoch steigen Kosten?

Was das zeitlich bedeutet, könne derzeit nicht gesagt werden. Auch zur Frage möglicherweise erhöhter Baukosten könne daher keine Auskunft gegeben werden.

Die BIMA hat das ehemalige Hotel an der Parkstraße, das die Archives für die Lagerung der Dokumente über Verfolgte des Nazi-Regimes zunächst als Mietobjekt genutzt hatten, gekauft, um die Erweiterung zu ermöglichen.

Stadt verkauft weitere Fläche

Der Magistrat hat bereits im vorigen Jahr dem Verkauf einer weiteren Fläche zugestimmt, um einen entsprechend größeren Neubau zu ermöglichen. Zudem wird dort eine Grenzbebauung genehmigt. Das entsprechende Konzept der Stadt bildet eine weitere wichtige Planungsgrundlage.

Eine bereits politisch von der Bundesregierung genehmigte Entscheidungsgrundlage, die noch auf alten Berechnungen beruht, muss unter der Regie der BIMA vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) fortgeschrieben werden. Dieser bereits im vorigen Jahr begonnene Prozess dauert noch an.

Anforderungen haben sich geändert

„Für den Neubau des Archivgebäudes wurden im Rahmen der ursprünglichen Planungen aus dem Jahr 2017 neben den damals gültigen Anforderungen der Arolser Archives als Nutzer auch die gesetzlichen Normen berücksicht“, blickt Grützner zurück. Im Laufe der Planungen habe sich jedoch gezeigt, dass „sich die Anforderungen zwischenzeitlich geändert haben.“

Nun muss neu geplant werden. Die BIMA unterbreitet der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und dem Bundesfinanzministerium als Geldgeber die neue Vorlage, die nun vorbereitet wird. Diese bildet dann die Basis für einen neuen Architektenwettbewerb, der wiederum die Grundlage für eine Entwurfsplanung bildet.

Archivierung und Forschung

Die Erweiterung des in den 50-er Jahren errichteten Gebäudes des damaligen Internationalen Suchdienstes (heute: Arolsen Archives) an der Großen Allee hat zum Ziel, die Millionen von Dokumenten über Schicksale von Opfern des NS-Regimes besser aufbewahren sowie Räumlichkeiten für Ausstellungen, Forschung und Bildung anbieten zu können. Die weitgehend digitalisierten Originaldokumente wurden inzwischen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen aus den bisherigen Gebäuden ausgelagert. (Von Armin Haß)

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