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Edersee-Wasserpegel nach Niederschlägen rasant angestiegen

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Von: Cornelia Höhne

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Ablass an der Talsperre: Nach den ergiebigen Niederschlägen im Einzugsgebiet wird der Hochwasserschutzraum wieder hergestellt.
Ablass an der Talsperre: Nach den ergiebigen Niederschlägen im Einzugsgebiet wird der Hochwasserschutzraum wieder hergestellt. © Cornelia Höhne

Der Edersee im Landkreis Waldeck-Frankenberg ist nach ergiebigen Niederschlägen gut gefüllt, aktuell wird durch Wasserablass der Hochwasserschutzraum wieder hergestellt.

Edersee – Die ergiebigen Niederschläge ließen den Wasserpegel des Edersees zuletzt rasant ansteigen. Der Talsperreninhalt hat sich seit dem 28. Dezember verdoppelt, und der Stausee ist aktuell zu rund 87 Prozent gefüllt. Seit 10. Januar hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser (WSA) die Wassergabgaben in die Eder deutlich erhöht, um den Hochwasserschutzraum in der Talsperre wieder herzustellen.

„WSA überwacht täglich die Entwicklungen der Wasserstände“

Seit dem Jahreswechsel ändert sich täglich das Bild des Edersees. Die Hopfenberge im Waldecker Becken sind inzwischen untergetaucht, der Wasserpegel steigt stetig an – aktuell liegt er etwa bei 2,40 Meter unter Vollstau.

Eine außergewöhnliche Situation ist das in den Wintermonaten aber nicht, sagt Jens Köhne, Fachbereichsleiter Administration des WSA in Verden. Im Winter wird generell Wasser eingestaut, um die Weser ab Frühjahr bei Bedarf zu stützen.

Die Bewirtschaftung der Talsperre werde dem Zufluss stetig angepasst. „Das WSA überwacht täglich die Entwicklungen der Wasserstände über zahlreiche Pegel und Niederschlagsprognosen und reagiert entsprechend mit passenden Abgaben aus der Talsperre.“

Hochwasserspitzen einstauen

Hohe Wasserabgaben aus der Staumauer fließen seit über einer Woche die Eder hinab, um im Edersee Kapazitäten zu schaffen für Zuflüsse aus dem Einzugsbereich.

Die Wasserabgaben erreichten am 15. Januar ihren Höchststand mit 105 Kubikmetern pro Sekunde und liegen aktuell bei 80 Kubikmetern.

„Warum lässt man den Stausee nicht volllaufen und entlastet Eder und Fulda?“, fragt ein Leser unserer Zeitung. WSA-Sprecher Köhne begründet dies mit der Nutzungsverordnung: „Die Edertalsperre unterliegt neben der Stützung der Oberweser einem weiteren Zweck, dem Hochwasserschutz.“ Der so genannte Hochwasser-Schutzraum nehme über die Wintermonate bis zum Frühjahr stetig ab. „Dieser kann und darf im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidium in Kassel beansprucht werden, um Hochwasserspitzen einstauen zu können – so auch jüngst erfolgt – ist aber für weitere Niederschlagsereignisse stets zur Verfügung zu halten. Unkontrollierter Überlauf der Talsperre ist nach Möglichkeit zu vermeiden.“

Seit Mittwoch (18. Januar) ist der Zulauf wieder geringer als der Ablass, „der Hochwasserschutzraum wird wieder hergestellt und mit weiter steigendem Wasserpegel ist vorerst nicht zu rechnen. Angestrebt wird wie in jedem Jahr der Vollstau zum 1. Mai. Weitere Informationen zur Talsperrenbewirtschaftung stehen im Internet: https://www.wsa-weser.wsv.de. (Cornelia Höhne)

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