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Lichtenfels: Polit-Talk zur Gesundheitsversorgung auf dem Lande

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Ärztin Heike Padberg (rechts) und Arzt Michael Kraushaar
Ärztin Heike Padberg (rechts) und Arzt Michael Kraushaar diskutieren am Mittwoch beim Polit-Talk in Goddelsheim mit. © Rita Maurer/Ravernsburg/pr

Zu dem Polit-Talk „Die Kirche im Dorf lassen … den Arzt auch! Zukunftsfähige Gesundheitspolitik im ländlichen Raum – aber wie?“ lädt der SPD-Ortsverein Lichtenfels am kommenden Mittwoch, 29. Juni, um 20 Uhr in die Mehrzweckhalle in Goddelsheim ein.

Lichtenfels – Diskutiert wird mit der Bundestagsabgeordneten Esther Dilcher, der Landtagsabgeordneten Dr. Daniela Sommer, dem Lichtenfelser Bürgermeister Henning Scheele sowie der Ärztin Heike Padberg und dem Arzt Michael Kraushaar. Geleitet wird die Gesprächsrunde am Mittwoch von Dr. Jürgen Römer, Fachdienstleiter der Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

„Den Landarzt, der als Einzelkämpfer mit einer Praxis im eigenen Wohnhaus rund um die Uhr erreichbar ist, gibt es nur noch im Fernsehen“, sagt Heide-Rose Barbe, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Lichtenfelser Parlament. Aufgrund der Altersstruktur der niedergelassenen Ärzteschaft stehe in naher Zukunft eine große Zahl von Praxisabgaben an, vor allem im ländlichen Raum.

Bundesweit 5000 hausärztliche Kassenarztsitze nicht mehr ersetzt

Zeitgleich bestehe ein akuter Nachwuchsmangel, vor allem in der Allgemeinmedizin sowie bei nichtärztlichen Gesundheitsberufen und der Pflege. Mit Stand Januar 2022 seien rund 5000 hausärztliche Kassenarztsitze nicht mehr ersetzt.

„Besonders in ländlich geprägten Gebieten wie dem Landkreis Waldeck-Frankenberg mit seinen 21 Städten und Gemeinden stellt dieser Mangel ein Problem dar, was noch immer nicht ausreichend gelöst ist“, betont der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Hilmar Potente.

„Akuter Handlungsbedarf“

Die Arbeitsbedingungen in ländlichen Einzel- und Kleinpraxen entsprächen nicht mehr den Präferenzen des medizinischen Nachwuchses. „Viele junge Ärztinnen und Ärzte bevorzugen heute ein Angestelltenverhältnis und haben ein großes Interesse an der Zusammenarbeit in Teams“, stellt Heide-Rose Barbe fest. Es herrsche somit ein akuter Handlungsbedarf, auf den insbesondere mit lokalem Engagement reagiert werden müsse.

„Die Kommunalpolitik hat hier im Rahmen der Daseinsvorsorge dafür Sorge zu tragen, dass auch in Zukunft die medizinische Versorgung sichergestellt wird“, ergänzt der Ortsvereinsvorsitzende Hilmar Potente: „Dabei muss allen Beteiligten von Beginn an klar sein, dass es nicht nur ein Lösungsmodell gibt.“  red

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